Nachhaltig und naturverträglich in die Berge

Nachhaltig und naturverträglich in die Berge? Ein Thema, das mich schon lang beschäftigt, ein Grund, warum ich bei Bahn zum Berg mitmache. Ich kann es in zwei Bereiche aufgliedern: Anreise zur Tour und Verhalten während der Tour.

Inspiration

Ein Vortrag von Antal Kanjo von Greencompass zum Thema Nachhaltig Reisen hat mich dazu angeregt, darüber nachzudenken, ob seine Erkenntnisse und Anregungen auch auf „nachhaltig in die Berge“ umlegbar sind. Gleich vorweg, für mich sind sie das: Was im Großen gilt, kann ich auch ins Kleine übertragen. Es geht ja auch hier um die Anreise und um das Verhalten. Wir sind unterwegs, egal ob für einen oder mehrere Tage oder Wochen. Das hinterlässt immer Spuren.

Nachhaltig zu reisen, bedeutet vor allem bewusster mit dem Thema umzugehen, sich zu überlegen, was will ich erleben und dann zu planen.

Antal Kanjo
nachhaltig in die Berge - gruenes Herz
Grünes Herz am Leobner. Foto Veronika Schöll

Sich beim Planen die richtigen Fragen stellen

Diese Planung betrifft das Ziel meiner Tour und die Anreise, wie weit entfernt, was bewirkt mein Aufenthalt in der jeweiligen Region, wie geht es der Natur, wie den Menschen, die dort leben, mit meinem Besuch, wie werden Tiere behandelt, wie kann ich mich selbst verhalten, um möglichst wenig Belastung zu hinterlassen, wie kann ich lokal und saisonal konsumieren, wie komme ich Land, Leuten und Kultur auf eine würdevolle Weise näher? Wie kann ich meine Anreise umweltfreundlicher gestalten? Wie werde ich gegebenenfalls übernachten.

Übertrieben? Finde ich nicht. Auf meinen Touren bin ich in und mit der Natur und in teilweise jahrhundertealten Kulturlandschaften, also in höchst sensiblen Bereichen unterwegs. Anfällig für alle Arten von Störungen. Ursache und Wirkung, Kausalität ist das Thema.

Es lohnt sich, diese und noch viel andere Fragen für sich zu beantworten. Du findest dazu viele Blogs und Reportagen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Ich finde die 5-F Regel, in einem Vortrag von Wolfgang Pekny gehört, sehr hilfreich.

Nachhaltige Anreise

Nachhaltig in die Berge Socializing im Zug
Socializing im Zug. Foto Martin Heppner

Das Thema von Bahn zum Berg ist die umweltfreundliche Anreise zu Outdoor Aktivitäten und die Entwicklung einer Plattform, die diese Informationen der breiten Öffentlichkeit sehr benutzerfreundlich zur Verfügung stellt. Wir haben die Vorteile des öffentlichen Verkehrs aus rein auf uns bezogener Sicht betreffend Kostenanalyse, Bequemlichkeit, Machbarkeit bereits skizziert. Aber keineswegs mit erhobenem Zeigefinger. Uns ist sehr bewusst, dass nicht alles überall und immer machbar ist. Es geht mehr um den sanften Anstoß, es einmal auszuprobieren. Dieses kleine Teilchen in sein persönliches Nachhaltigkeits-Mosaik einzufügen.

Es gibt aber noch eine zweite Sichtweise, die der Gemeinschaft, global, gesellschaftspolitisch und ökologisch, die über die individuelle hinausgeht. Nämlich, wenn es um den Klima- und Umweltschutz geht.

Um sich bewusst zu machen, wie sich eine einzelne Fahrt/Reise auswirkt, kann man das zum Beispiel auf MyClimate ausrechnen und gleich kompensieren, wenn man möchte.

Auch der VCÖ-Mobilität mit Zukunft setzt sich sehr intensiv mit multimodaler, autofreier Mobilität auseinander und stellt immer wieder interessante Artikel, Grafiken und Lösungsansätze zur Verfügung.

Verkehrs- und Tourismusangebot vor Ort den Reisenden schon frühzeitig, ansprechend und übersichtlich kommunizieren, denn Mobilitätsentscheidungen fallen schon vor dem Reiseantritt. Mobile Technologien sollen die autofreie, multimodale Mobilität verstärkt einsetzen, einfach abfragbar und bekannt machen.

VCÖ, Klimafaktor Reisen

Nachhaltig während Tour

Dazu haben sich die alpinen Vereine schon viele Gedanken gemacht und ihre Tipps in Videos und Blogbeiträge verpackt. Wie verhalte ich mich naturverträglich?

Martin, der auch Guide beim Alpenverein ist, machte mich bei einer gemeinsamen Tour zum Beispiel darauf aufmerksam, auf den angelegten Wegen zu bleiben und Abkürzer zu vermeiden. Ehrlich gesagt, habe ich darauf früher wenig geachtet. Besonders auf viel begangenen Wegen fallen mir jetzt die durch zahlreiche Extrawege zerfurchten Hänge auf. Gerade im Hochgebirge fördert das die Erosion und stört dadurch beispielsweise die Wasserrückhaltefähigkeit des Bodens.

In diesem Video ist ganz einfach erklärt, worum es geht.

Fazit nachhaltig und naturverträglich

Für mich bedeutet „nachhaltig in die Berge“, mir einfach bewusst zu machen, was ich tue und damit bewirke. Ein nachhaltigerer Lebensstil bedeutet für mich auch mehr Lebensqualität, mehr Freude und mehr Spaß an der Sache, was nicht unwesentlich ist 🙂

Diese kleine Betrachtung des Themas hat weder Anspruch auf Perfektion noch auf Vollständigkeit und vielleicht beschäftigt dich gerade ein ganz anderer Teil des großen Nachhaltigkeits-Mosaiks. Super! Jeder kleine Schritt ist ein Teil vom großen Ganzen. Nur den Satz: Was können wir (kleines Land, Einzelpersonen) schon machen, wenn die (großen, anderen, die da drüben) nichts tun, lasse ich nicht mehr gelten.

Hast du Ideen oder Tipps, die du selbst umsetzt und die du mit uns teilen möchtest? Ich freue mich auf Kommentare – lieben Gruß, Veronika


Diesen Tipp gibt es in Wien, Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Feldkirch, Salzburg, München und Linz.