Einsam rauf, gemeinsam runter

Seitenblick vom Novembergrat. Foto: Martin Heppner

Dieser Beitrag ist ein Experiment in mehrerer Hinsicht. Das bedeutet einerseits, dass er etwas anders aussieht, als die bisherigen (was nicht allen gefallen wird) und er beschreibt eine Tour, die nicht für alle machbar ist, weil ich sehr schnell gegangen bin.

Generell ist Geschwindigkeit dominierend: Da in diesem Beitrag keine Fotos, sondern Videoclips zum Einsatz kommen, die sehr stark komprimiert sind um nicht allzuviel Bandbreite zu benötigen, ist der Gesamteindruck möglicherweise „unruhig“.

Mich würde aber sehr deine Meinung interessieren: Welchen Vorteil siehst du bei Fotos (wie bisher), welchen Vorteil siehst du bei Video(clips)? Man könnte die Beschreibung dieser Tour auch mit der Tourenbeschreibung „Schneefrei über den Novembergrat“ vergleichen, weil es sich im Aufstieg um die selbe Route handelt.

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Anreise mit Bahn und Bus

Da ich in Wien wohne, starte ich am Wiener Hauptbahnhof und fahre mit dem schnellen Railjet nach Wiener Neustadt. Dort steige ich in die Puchberger Bahn um. Weil ich nicht genau lese auf welchen Bahnsteig ich muss, gehe ich zuerst zur Regionalbahn Richtung Gutenstein hinauf. Da es aber genug Umstiegszeit gibt, bemerke ich meinen Fehler, gehe die Stiegen wieder hinunter und am richtigen Bahnsteig hinauf.

In Puchberg am Schneeberg steige ich aus dem Zug und nach ein paar Minuten Wartezeit in den Bus um.

Anreise mit Bahn und Bus. Video: Martin Heppner
Anreise mit Bahn und Bus. Video: Martin Heppner

Aufstieg zum nördlichen Grafensteig

An der Wendestelle in Losenheim steige ich – gemeinsam mit allen anderen – aus dem Bus aus und gehe das letzte Stück der Asphaltstraße hinauf. Statt auf den Schotterweg nach rechts abzubiegen, bleibe ich am Weg geradeaus und quere die Skipiste, am Weg zur Breiten Ries, dem Nandlgrat und dem nördlichen Grafensteig.

Start in Losenheim über die Skipiste. Video: Martin Heppner
Start in Losenheim über die Skipiste. Video: Martin Heppner

Statt zum Nandlgrat abzubiegen, gehe ich nach links, zur Breiten Ries hinüber. Im Winter ist diese Strecke bis hierher bei Skitourengehern sehr beliebt: Entweder sind sie von oben durch die Breite Ries herunter gekommen, oder sie sind in der Ries aufgestiegen. Die Abfahrt führt jedenfalls auf unserem Weg zurück zur Sesselbahntalstation und bei genug Schnee, bis zum Forellenhof hinunter.

Abzweigung zur Breiten Ries. Video: Martin Heppner
Abzweigung zur Breiten Ries. Video: Martin Heppner

Die Breite Ries quere ich um am Nördlichen Grafensteig zu bleiben. Den Nördliche Grafensteig gehe ich jetzt einige Zeit entlang, tendentiell eher bergauf, bis ich an eine kleine Lichtung (links) komme. Der Grafensteig geht gerade, oder halb rechts weiter, während ich scharf nach rechts auf den Zustieg zum Novembergrat abzweige.

Abzweigung Novembergrat. Video: Martin Heppner
Abzweigung Novembergrat. Video: Martin Heppner

Novembergrat

Der Weg ist nicht mit Wegweisern markiert, sondern mit blauen Farbpunkten. Der Pfad ist manchmal recht ausgesetzt und führt an Abbrüchen entlang. An zwei Stellen muss man sich um einen Felsvorsprung herum schwingen, während es rechts mehr oder weniger steil abwärts geht.

Novembergrat. Video: Martin Heppner
Novembergrat. Video: Martin Heppner

Ich bin für meine Begriffe relativ schnell unterwegs und hole eine kleine Gruppe von drei Wanderern ein. Die ersten Menschen, die ich seit der Talstation in Losenheim sehe. Der Novembergrat ist also nicht besonders überlaufen.

Die Kletterstellen sind mir persönlich recht sympathisch, auch wenn der Fels teilweise nicht immer ganz fest ist. Man muss ein bisschen darauf achten wo man hin steigt und woran man sich festhält.

Novembergrat. Video: Martin Heppner
Novembergrat. Video: Martin Heppner

Im oberen Teil sehe ich auf der Höhe des Plateaus die längste Zeit den höchsten Punkt des Novembergrats. Bevor ich diesen Fels final erklettern kann, versteige ich mich noch einmal kurz. Dauert aber nicht lange und ich bemerke meinen Fehler.

Der höchste Punkt, auf den ich die ganze Zeit hingeklettert bin, stellt sich nicht als der Ausstieg dar: Dahinter muss man noch einmal kurz in eine kleine Scharte absteigen, um danach den letzten Anstieg auf erdig-sandigem Material bis zu Wiese in Angriff zu nehmen.

Oben angekommen, gibt es anscheinend zwei Wege um die Latschen herum, zum Damböckhaus hinüber. Ich wähle den oberen. Ich glaube aber, dass der untere besser ist, weil er weniger Höhenmeter hinauf verlangt, die man dann gleich wieder hinunter gehen muss.

Damböckhaus und Salamanderbahn

Beim Damböckhaus überlege ich mir einzukehren: Eine Kaspressknödelsuppe würde mir jetzt gut schmecken. Ohne zu wissen, ob sie eine solche überhaupt anbieten.

Ich sehe aber, dass es 15 Minuten nach 11 Uhr ist. Das bedeutet, dass ich es locker vor 12 Uhr bei der Bergstation der Schneebergbahn sein kann und um EUR 9,- hinunter fahren kann. Das wollte ich schon lange einmal tun und so verzichte ich auf meine Kaspressknödelsuppe und gehe zügig zur Salamanderbahn hinüber.

So einsam der Aufstieg war, so bevölkert ist es jetzt. Es scheint aber selbst diesen Leuten, die da herüberströmen, zu viel zu sein, weil ich im Vorbeigehen mithöre, wie ein Vater seinem kleinen Sohn sagt: „Sei ein bisschen mehr wie der Berg. Ganz ruhig.“ Langfristige Jobsicherung für einen Psychotherapeuten. Sehr gut.

Viele Menschen ab dem Damböckhaus. Video: Martin Heppner
Viele Menschen ab dem Damböckhaus. Video: Martin Heppner

In der Bergstation kaufe ich mir das erstrebte EUR 9,- Ticket für die Talfahrt und steige in den Zug mit Abfahrt 11:45 ein.

Bei der Haltestelle Baumgartner steht unser Zug furchtbar lange, damit sich wirklich alle mit Buchteln eindecken können. Ich bin aber nicht nur völlig unsozial und verspüre so gar kein Bedürfnis mich in die Buchtelschlange zu stellen, sondern auch noch recht müde. Daher setze ich mich gemütlich hin, lege die Beine (unsozial) hoch und schlafe ein. Kurz vor dem Bahnhof Puchberg wache ich wieder auf. „EUR 9,- well spent“, denke ich mir und schlendere zum anderen Bahnsteig hinüber, um nach Wien zurück zu fahren.

Talfahrt mit der Salamanderbahn. Video: Martin Heppner
Talfahrt mit der Salamanderbahn. Video: Martin Heppner

Aus der sofortigen Rückfahrt wird aber nichts. Der nächste Zug geht erst um 13:36 Uhr, weshalb ich gezwungen bin im Zahnradbahnstüberl eine Portion Eierschwammerl mit Knödel zu essen. Mein Leben ist hart.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   4:00 Std Wandern   1.000 HM   11 km   GPX Track

5 Kommentare

  1. Danke für die wunderbaren Tourenvorschläge, danke für ihre Bemühungen, bitte aber keine Videosequenzen,
    Fotos sind perfekt.

  2. Lieber Martin,
    ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen, ich finde die Videos vor allem irritierend, ich sehe keinen Mehrwert bei ihnen für die tolle Routenbeschreibung. Ein Problem ist besonders, dass man sie nicht pausieren kann, wenn man z.B. einen Wegweiser lesen möchte.
    Einzig einen Schnelldurchlauf der Talfahrt oder dergleichen fände ich als Video sehr cool.
    Liebe Grüße,
    Stefan

  3. Lieber Martin,
    bitte wieder herkömmliche Fotos, die man in Ruhe betrachten kann. Das Leben ist hektisch genug, da will man nicht noch von Berg“videos“ vollkommen wirr gemacht werden. Danke.
    Anna

  4. Hiiilfe, bitte um Gnade,zukünftig keine solchen Videos mehr in diesen ansonsten sehr tollen Touren Beschreibungen, viel zu unruhig, null information und daher völlig überflüssig, ein paar gute Fotos von strategisch wichtigen Stellen waren wesentlich zielführender!!
    Ich hoffe, ich werde erhört und danke für die super tourenvorschläge

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