Brennerin

Brennerin. Foto: Thomas Obermair

Vier Gipfel sind in dieser Tour einfach zu machen, drei weitere gut erreichbar. Eine ereignisreiche Überschreitung also, die sich aber auch abwandeln lässt. Ein früherer Abstieg, das Umdrehen der Gehrichtung der Runde, ein Aufstieg über den Klettersteig oder nur das Erklimmen des Schobersteins. Alles Möglichkeiten, um zu einem herrlichen Ausblick über das Salzkammergut in alle Himmelsrichtungen zu gelangen. Öffentlich die ganze Woche erreichbar, wie auch der schöne Badeplatz in Weißenbach!

Beide Ufer des Attersees werden mit Bussen bedient, in Unterach am Attersee treffen sich die beiden Linien. Wir wählen ab dem Regionalzug-Bahnhof “Kammer-Schörfling” die Linie via Weyregg und sind nur etwas mehr als 20 Minuten später am Ausgangsort. Bei viel Verkehr entlang der Seestraße kann sich die Fahrzeit verlängern.

Traumhafter Ausblick, schon aus dem Bus! Foto: Thomas Obermair
Traumhafter Ausblick, schon aus dem Bus! Foto: Thomas Obermair

Weg

Eine Busfahrt entlang des wunderschön blauen und so erfrischend wirkenden Wassers des Attersees macht es schwer, sich mental auf eine anstrengende Bergtour einzustellen. Doch die ersten Höhenmeter werden uns auch wachrütteln. Außerdem gehen wir gleich mal Richtung Schatten, und zwar über den geschotterten Gehweg, vorbei am Campingplatz und über die Weissenbacher Straße. Dort liegt auch der volle Parkplatz, den die meisten Wanderlustigen wählen. 

Der Gehweg führt zum Eingang des Weissenbachtals. Vorher geht es für uns aber links die Bergflanke hinauf. Foto: Thomas Obermair
Der Gehweg führt zum Eingang des Weissenbachtals. Vorher geht es für uns aber links die Bergflanke hinauf. Foto: Thomas Obermair

Zwar waren im Bus auch andere Wanderer – einen davon treffen wir später am Gipfel, er geht die gleiche Runde wie wir nur in umgekehrter Richtung, steil beginnend – vor allem der Mahdlgupf Klettersteig und der schnelle Gipfelerfolg am Schoberstein locken allerdings ein großes Publikum. Viele von ihnen hätten aber noch Platz gehabt im 50-Sitzer des OÖVV!

Unser Weg führt über die Stiege auf der anderen Seite weiter. Foto: Thomas Obermair
Unser Weg führt über die Stiege auf der anderen Seite weiter. Foto: Thomas Obermair

Bis zur Nikolokapelle folgen wir dem flachen “Nikoloweg” durch den Wald. Der Schatten ist heimtückisch, zwei Mal befördern mich feuchte Wurzeln fast in die Horizontale. Mein Glück, dass es ab hier bergauf geht und ich die Füße automatisch hebe. Wurzeln gibt es aber immer noch viele, nicht zuletzt, weil die vielen Bergbegeisterten hier schon eine Vielzahl an stark ausgetretenen Wegen erzeugt haben. Das Schöne: man kann sich nicht verlaufen, wenn man immer weiter hinauf geht.

Ein markantes Wegzeichen: die Nikolokapelle am Ende unseres flachen Weges. Foto: Thomas Obermair
Ein markantes Wegzeichen: die Nikolokapelle am Ende unseres flachen Weges. Foto: Thomas Obermair
Und so geht es zu Beginn hinauf, über Stock und Stein. Durchgehend ist der Weg gut ausgetreten. Foto: Thomas Obermair
Und so geht es zu Beginn hinauf, über Stock und Stein. Durchgehend ist der Weg gut ausgetreten. Foto: Thomas Obermair

Nach gut 350 Höhenmetern wird es einmal flacher, die Sonne blinzelt zwischen den Bäumen hindurch. Einige Aussichtspunkte haben wir schon hinter uns gelassen, bald aber kommen wir aus dem Wald heraus, wo sich erst recht ein herrlicher Anblick ergibt! Wir biegen dann nach rechts ab auf den Weg zum großen Schoberstein. Zur Sicherheit ist hier ein Fixseil angebracht, eine kurze felsige Stufe erfordert jedenfalls, auch die Hände zu verwenden.

Und der Weg ist überall dort, wo man es brauchen könnte, gut versichert. Foto: Thomas Obermair
Und der Weg ist überall dort, wo man es brauchen könnte, gut versichert. Foto: Thomas Obermair
Insbesondere bei einer kleinen Felspassage, wo man ruhig alle Viere verwenden kann. Und ja nicht vom Ausblick ablenken lassen, lieber vorher und nachher genießen! Foto: Thomas Obermair
Insbesondere bei einer kleinen Felspassage, wo man ruhig alle Viere verwenden kann. Und ja nicht vom Ausblick ablenken lassen, lieber vorher und nachher genießen! Foto: Thomas Obermair

Kurz darauf kommen wir an eine Kreuzung. Wir stechen kurz links hinauf zum Gipfel des Schoberstein, um dann später weiter zum Mahdlgupf zu gehen. Eine kurze Rast haben wir uns außerdem auch verdient, das erste Gipfelziel ist nach ca. 550 Höhenmetern erreicht. Den herrlichen Ausblick entlang der Gaiswand Richtung Norden, über Attersee und Mondsee im Westen und das Weissenbachtal im Süden darfst du dir selbst erarbeiten!

Dieser Wegweiser gibt uns viele Informationen, die wir für die heutige Tour brauchen, nur die Wegzeit zur Brennerin und weiter ins Tal fehlt hier noch. Foto: Thomas Obermair
Dieser Wegweiser gibt uns viele Informationen, die wir für die heutige Tour brauchen, nur die Wegzeit zur Brennerin und weiter ins Tal fehlt hier noch. Foto: Thomas Obermair

Es folgt eine Wanderung im Bereich des Grates, allerdings nicht ausgesetzt, sondern wieder mehr bewaldet. Die vielen Menschen, die mit Klettergurt und Helm ausgestattet sind, kommen lediglich vom Klettersteig herauf. Etwa 100 Höhenmeter und eine gute halbe Stunde später kommen wir an dessen Ausstieg beim Mahdlgupf-Gipfel heraus.

Der Abzweiger zum Mahdlgupf ist schnell überwunden! Foto: Thomas Obermair
Der Abzweiger zum Mahdlgupf ist schnell überwunden! Foto: Thomas Obermair

Ab jetzt begegnen wir weniger Leuten, der Dachsteinblick und die Brennerin sind weniger bekannt. Und doch öffnet sich der Ausblick erst nochmals weiter, als der Wald sich etwas unter dem nächsten Kreuz lichtet. Auch zwischendurch kamen unter dem Waldboden immer wieder Felsen hervor, der letzte Anstieg verläuft aber mehr über Stein als Waldboden. 

Etwas länger zieht sich noch der Weg hinauf zum Dachsteinblick. Über anderes Terrain und mit viel Sonne nähern wir uns dem ersten Hochplateau des Höllengebirges. Und mit Wanderlust in den Beinen ist der Weg dann doch gar nicht so weit! Foto: Thomas Obermair
Etwas länger zieht sich noch der Weg hinauf zum Dachsteinblick. Über anderes Terrain und mit viel Sonne nähern wir uns dem ersten Hochplateau des Höllengebirges. Und mit Wanderlust in den Beinen ist der Weg dann doch gar nicht so weit! Foto: Thomas Obermair
Boooahhh, man sieht bis zur Voest!” Allerdings nicht auf diesem Foto, nur in natura. Auch am Foto sichtbar: Attersee, Abstieg zum Brennerriesensteig durch die Latschen und die Brennerin-Alm. Foto: Thomas Obermair
Boooahhh, man sieht bis zur Voest!” Allerdings nicht auf diesem Foto, nur in natura. Auch am Foto sichtbar: Attersee, Abstieg zum Brennerriesensteig durch die Latschen und die Brennerin-Alm. Foto: Thomas Obermair
Auch in die andere Richtung bietet der Dachsteinblick ein spektakuläres Panorama! Wie der höchste Gipfel im Hintergrund wohl heißen mag? Foto: Thomas Obermair
Auch in die andere Richtung bietet der Dachsteinblick ein spektakuläres Panorama! Wie der höchste Gipfel im Hintergrund wohl heißen mag? Foto: Thomas Obermair

Nach dem Dachsteinblick wird das Gelände aber flach und ist von Wiesen und Latschen bedeckt. Es geht ein bisschen bergauf/bergab, ein schönes Platzerl für die links von uns gelegene Brennerin-Alm, eine Jagdhütte der Bundesforste. Nur wenige Minuten später biegen wir an einem Wanderschild links zur Brennerin ab.

Für uns ist das heute der letzte Gipfel, wir haben eine Jause mit und genießen sie in der Sonne auf der herrlichen Bank! Ein anderes Mal gehen wir aber bestimmt weiter, um uns beim Hochleckenhaus verköstigen zu lassen! Das wäre allerdings noch ein gutes Stück zu gehen, man könnte die Überschreitung dann auch schon in Ebensee am anderen Ende des Höllengebirges enden lassen. So geschehen bei dieser Tour.

Gipfelrast an einem kaiserlichen Platz! Dieser bescheiden gehaltene Gipfel der Brennerin bietet doch alles, was das Herz begehrt. Foto: Thomas Obermair
Gipfelrast an einem kaiserlichen Platz! Dieser bescheiden gehaltene Gipfel der Brennerin bietet doch alles, was das Herz begehrt. Foto: Thomas Obermair

Abstieg

Es bieten sich zwei Varianten an, um von der Brennerin wieder ins Tal zu gelangen. Einerseits der Brennerriesensteig mit Ziel entweder wieder in Weißenbach am Attersee oder an der Haltestelle “Steinbach/Attersee Forstamt”. Andererseits über den Auboden. Beide Optionen sind als Steig anzusehen, über den Auboden ist das steile Stück allerdings kürzer und nur eine Stelle ist mit einer Leiter am Boden etwas mehr versichert.

Wir entscheiden uns für die zweite Option. Ein Badeplatz am Ende der Tour ist dabei kein Ausschlusskriterium. Bei den beiden Haltestellen in Steinbach am Attersee befinden sich Taucheinstiege, die auch die Möglichkeit für eine normale Abkühlung bieten. In Weißenbach am Attersee befindet sich etwas westlich der Bushaltestelle das Europabad, welches auch einen freien Seezugang bietet.

Von der Brennerin wandern wir also kurz den Stich zum Gipfel wieder zurück, um dann links Richtung Nordosten abzuzweigen. Zwischen den Latschen geht es einige Minuten gemütlich bergab. Bald folgen 400-500 Höhenmeter in steilerem Gelände, allerdings immer auf einem guten Weg. Die Felsen der “Gaiswand” imponieren einem dennoch! Bei Nässe ist außerdem äußerste Vorsicht am rutschigen Stein geboten.

Der Abstieg setzt sich in nördlicher Richtung fort, durch die Latschen folgt zuerst ein kurzes Bergauf/Bergab. In der Senke vor der Lichtung im Hintergrund beginnt der steilere Teil unseres Abstieges. Foto: Thomas Obermair
Der Abstieg setzt sich in nördlicher Richtung fort, durch die Latschen folgt zuerst ein kurzes Bergauf/Bergab. In der Senke vor der Lichtung im Hintergrund beginnt der steilere Teil unseres Abstieges. Foto: Thomas Obermair
Hier ein Bild der steilsten Stelle im Abstieg. Mit etwas Vorsicht ist diese gut im Fels verankerte Leiter einfach überwindbar. Foto: Thomas Obermair
Hier ein Bild der steilsten Stelle im Abstieg. Mit etwas Vorsicht ist diese gut im Fels verankerte Leiter einfach überwindbar. Foto: Thomas Obermair
Der Großteil des Weges führt auf einem gut instand gehaltenen, geschotterten Wanderweg zwischen diesen beeindruckenden Felswänden talwärts. Foto: Thomas Obermair
Der Großteil des Weges führt auf einem gut instand gehaltenen, geschotterten Wanderweg zwischen diesen beeindruckenden Felswänden talwärts. Foto: Thomas Obermair

Rasch folgt auf das Steilstück eine Forststraße, wir gehen immer talwärts. Bei einer größeren Lichtung, dem Auboden, zweigt gegenüber ein Wanderweg ab, wir folgen den Wegweisern nach Kaisigen bzw. Steinbach. Nach einigen Minuten im Wald kommen wir neben dem ersten Haus auf eine Asphaltstraße.

Die erste richtige Siedlung kommt erst ein paar Minuten später, in Serpentinen führt uns die Straße in Richtung Ortszentrum. Vorbei an offenen Wiesen, die einen herrlichen Ausblick bieten, vor und auch zurück. Wie schon auf der Forststraße genießen wir den Blick zurück auf die Gaiswand, zurück auf unsere heutige Tour.

Ein Blick zurück auf einen Teil der Gaiswand, heute von uns überschritten. Foto: Thomas Obermair
Ein Blick zurück auf einen Teil der Gaiswand, heute von uns überschritten. Foto: Thomas Obermair
Und der Blick nach vorne, zum kühlen, türkisblauen Nass des Attersees! Foto: Thomas Obermair
Und der Blick nach vorne, zum kühlen, türkisblauen Nass des Attersees! Foto: Thomas Obermair

Am Dorfplatz, kurz nachdem wir an der Feuerwehr eine Abkürzung genommen haben, erspähen wir ein offenes Gasthaus, keine fünf Minuten mehr von der Bushaltestelle entfernt. Auch diesen Anblick genießen wir und holen uns frohen Mutes eine prickelnde Erfrischung! Ein kurzer Hüpfer ins blaue Nass folgt sogleich.

Heimreise

Bus- und Zuglinie sind gleich wie bei der Anreise. Bei dieser Variante der Tour ist allerdings die Haltestelle nicht die gleiche. Die Heimreise beginnt bei “Steinbach/Attersee Schiffstation”.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   7:00 Std Wandern   1.150 HM   1.150 HM   14 km   GPX Track

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