Noch einmal im Schnee auf die Rax

Von Prein über Griesleiten und Waxriegelkamm aufs Raxplateau. Viele Höhenmeter und viel Aussicht, gemütlich hinunter mit der Raxseilbahn.

Achtung: Wegen Revisionsarbeiten ist die Raxseilbahn von 6. April bis einschließlich 23. April 2021 nicht in Betrieb.

Es hat noch einmal kräftig geschneit und der recht kurze Winter ging in die Verlängerung. Sehr zur Freude aller, die sich gerne draußen im Schnee bewegen. Allerdings hat sich durch den vielen Neuschnee ohne Unterlage auch die Lawinensituation zugespitzt.

Wir ziehen also erst einige Zeit nach den Schneefällen los, um die Rax zu erobern. Es gibt zahlreiche Aufstiege auf das Hochplateau dieses wunderschönen Gebirgsstocks. Schnee und Eis schränken die Auswahl zumindest für mich ein.

Anreise

Wähle einen Ort um den Fahrplan zur Tour zu zeigen:

Wir suchen Prein an der Rax als Startpunkt für unsere Tour aus. Mit dem Bus wollen wir von Payerbach-Reichenau bis zur Endstation fahren. Wir dürfen dann sogar bis zum Bus-Umkehrplatz mit.

Ab Ende April wird der Kurs bis hinauf aufs Preiner Gescheid verlängert.

Wegweiser zum Waxriegelkamm  und Hinweiser für den Ausreisetest aus dem Bezirk Neunkirchen, Foto Martin Heppner
Wegweiser zum Waxriegelkamm und Hinweiser für den Ausreisetest aus dem Bezirk Neunkirchen, Foto Martin Heppner

Griesleiten und Waxriegelkamm

Zuerst folgen wir den zahlreichen Wegweisern Richtung Waxriegelhaus und wandern auf einer schmalen Asphaltstraße bis zum Griesleitenhof. Ab hier beginnt der Wanderweg durch den Griesleitengraben, der gleich einmal recht steil durch den Wald die ersten Höhenmeter überwindet. Der Schnee ist patzig aber recht gut zu gehen.

Am Waxriegelhaus ist es noch ruhig. Foto Martin Heppner
Am Waxriegelhaus ist es noch ruhig. Foto Martin Heppner
Der Schlangenweg hinauf zum Karl-Ludwig Haus. Foto Martin Heppner
Der Schlangenweg hinauf zum Karl-Ludwig Haus. Foto Martin Heppner

Unser Weg dreht sich auf ungefähr Tausend Metern Höhe nach Westen und bringt uns zum Waxriegelhaus. Bei der Hütte ist es noch ruhig. Die vielen Tourengeher sind alle gerade beim Aufstieg über den Schlangenweg zum Karl-Ludwig-Haus. Dort gibt es übrigens seit heuer neue Pächter.

Wir entschieden uns, über den aussichtsreichen Waxriegelkamm weiter hinauf zu gehen. Es lohnt sich, auf diesem Weg immer wieder mal inne zu halten, zum Atemschöpfen aber auch, um sich umzudrehen und die herrliche Aussicht zu genießen.

Waxriegelkamm. Foto Martin Heppner
Waxriegelkamm. Foto Martin Heppner

Oben an der Plateaukante wird der Schnee sehr fest und harschig und ich bin froh, meine Grödel anziehen zu können, zumindest bis zum Trinksteinsattel erleichtern sie mir das Gehen schon. Ab dem Trinksteinsattel ist der Schnee dann sowieso schon wieder ziemlich abgeweht.

Wir kommen bei der Bergrettungshütte vorbei uns suchen uns dort in der Nähe ein windstilles Plätzchen für eine Jausenpause.

Unendliche Weiten zwischen Trinksteinsattel und Seehütte. Foto Martin Heppner
Unendliche Weiten zwischen Trinksteinsattel und Seehütte. Foto Martin Heppner

Seehütte, Preiner Wand und Jakobskogel

Nach unserer Pause steuern wird die Seehütte an (die Toilette ist geöffnet) und erklimmen die Preiner Wand. Oben beim Gipfelkreuz treffen wir auf die ersten Haidsteig-Bezwinger des Jahres, die gerade dabei sind, gegenseitig ihre Blessuren zu beweinen.

Unser weiterer Weg zum Jakobskogel verschwindet im Schnee, der hier noch sehr tief ist und die Latschen gänzlich verdeckt. Wir folgen Spuren im vermeintlich festgetretenen Schnee.

Und versuchen herauszufinden, wann und wo wir demnächst im Schnee einbrechen werden, knietief und teilweise hüfttief. Weil festgetreten ist da gar nix.

Das wird ein sehr lustiger Wegabschnitt, zumindest für mich. Martin reicht mir oft nur bis zu den Schultern, weil er meist völlig unerwartet mit einem Bein bis zum Schritt im Schnee steckt. Mühsam arbeitet er sich dann wieder heraus. Irgendwann hat er keine Lust mehr und bittet er mich, voraus zu gehen. Ich knalle also meine Schritte mit Vehemenz in den Schnee und erreiche damit eigentlich nur, öfters selber einzubrechen. Und Martin hilft es nicht.

Raxschnee ungespurt und Schneeberg. Fotos Martin Heppner
Raxschnee ungespurt und Schneeberg. Fotos Martin Heppner

Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Schuhgröße und Körpergewicht. Ich habe recht große Füße, Martin vergleichsweise kleine, mit mehr Gewicht.

Ich komme recht gut voran und als ich mich umdrehe, ist Martin weg. Obwohl er eine rote Jacke an hat, sehe ich ihn nicht mehr. Er wird doch nicht ganz im Schnee versunken sein?

Doch, dann kann ich ihn ausmachen, zuerst verrät leises Fluchen seine Position, dann sehe ich einen roten Punkt im Schnee. Martin hat einen anderen Weg gewählt, der ihm vorteilhafter erschien. Von mir aus beobachtet sieht das aber eher aus, wie vom Regen in die Traufe 🙂

Das zweite Gipfelkreuz am Jakobskogel der heutigen Tour, des erste war auf der Preiner Wand. Foto Veronika Schöll
Das zweite Gipfelkreuz am Jakobskogel der heutigen Tour, des erste war auf der Preiner Wand. Foto Veronika Schöll
Zwei Gipfel sind Martin zu wenig. Gut, dass er noch einen dritten erobern kann :-) Foto Veronika Schöll
Zwei Gipfel sind Martin zu wenig. Gut, dass er noch einen dritten erobern kann 🙂 Foto Veronika Schöll

Am Gipfel des Jakobskogels treffen wir uns wieder und wandern weiter zum Ottohaus. Da ich etwas übermotiviert von der vielen frischen Bergluft bin, überlege ich ganz kurz, ob der Törlweg nach unten heute eine Option wäre. Trau mich aber nicht, danach zu fragen.

Ottohaus, Törlweg und Raxseilbahn Bergstation in Sicht. Foto Martin Heppner
Ottohaus, Törlweg und Raxseilbahn Bergstation in Sicht. Foto Martin Heppner

Raxseilbahn

Und das war gut so. Denn als wir die Bergstation der Raxseilbahn erreichen und uns hinsetzen, merke ich erst, wie erschöpft ich bin. Wir buchen die letzte Seilbahn nach unten, belohnen uns mit einem Raxzirberl, das man beim Seilbahn Take Away käuflich erwerben kann und entspannen in der Sonne.

Was für ein feiner Abschluss für diese zugegeben anstrengende aber wunderschöne Tour.

Raxseilbahn-Bergstation. Corona-konformes Chillen mit Aussicht. Foto Martin Heppner
Raxseilbahn-Bergstation. Corona-konformes Chillen mit Aussicht. Foto Martin Heppner

Wähle einen Ort um den Fahrplan zur Tour zu zeigen:

Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 7h  1.450HM  500HM  15km  GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Mürzzuschlag, St. Pölten, Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.