Alpiner Steig – der Hinterbirgweg im Klostertal

Die Drei Türme aus Brekziengestein. Foto: Norman und Lisa

Lange und einsame Wanderung an den Klostertaler Berghängen. Der Auf- und Abstieg ist steil, belohnt aber mit einer herrlichen Ruhe und wirklich abwechslungsreichen Landschaften.

Von Innerbraz nach Bludenz

Unsere Wanderung beginnt in Innerbraz an der Bushaltestelle Schulen. Wir starten mit einem kleinen Umweg, da wir gleich hinter der Hauptstrasse auf den Bockbergweg abzweigen.

Die Linie 90 bringt uns im Stundentakt von Bludenz zuverlässig ins Klostertal. Foto: Norman und Lisa
Die Linie 90 bringt uns im Stundentakt von Bludenz zuverlässig ins Klostertal. Foto: Norman und Lisa

Dem Bockbergweg entlang sind mehrere Lehrtafeln angebracht, auf denen man über Flora, Fauna und Geologie des Klostertals informiert wird. Man kann natürlich auch den direktesten Weg durch den Ortsteil Gafreu wählen und sich damit gut einen Kilometer Umweg ersparen.

Das Klostertal ist bekannt für seine steilen Berghänge und so haben wir ab dem Lötschenwald bis auf die Alpe Malarsch hinauf einen ordentlichen Anstieg zu bewältigen. Dieses Wegstück führt durch feuchten Laubmischwald und dadurch hält sich die Hitze an diesem Sommertag zum Glück in Grenzen.

Aufstieg zur Alpe Malarsch, Blickrichtung West. Foto: Norman und Lisa
Aufstieg zur Alpe Malarsch, Blickrichtung West. Foto: Norman und Lisa

Bei der Alpe Malarsch zweigen wir dann nach Nordwest ab in Richtung Altoffa. An der Abzweigung war heute noch ein Schild angebracht, dass dieser Weg gesperrt ist. Dieses Schild ist mittlerweile veraltet, da der Weg vor kurzem erst vom Alpenverein Vorarlberg in mühseliger Handarbeit revitalisiert wurde (Toll gemacht!). Dieser Wegabschnitt führt die meiste Zeit auf engen Pfaden durch lichten Nadelwald. Der Weg ist gut begehbar, wobei einige Stellen aufgrund der Steilheit der Hänge eine gute Trittsicherheit erfordern.

Durch lichten Nadelwald von Altoffa nach Hinterbirg. Foto: Norman und Lisa
Durch lichten Nadelwald von Altoffa nach Hinterbirg. Foto: Norman und Lisa

Nach gut einer Stunde Gehzeit erreicht man dann die eindrucksvollen Drei Türme aus Brekziengestein. Wir konnten es diesmal nicht lassen und haben gleich einige Souvenirs vom Boden aufgelesen. Hinter den Drei Türmen baut sich der Bergstock der Gamsfreiheit auf, und zusammen produzieren sie am Südwesthang einen enormen Schuttkegel, den es zu queren gilt.

Die Drei Türme mit dem Schuttkegel, rechts im Hintergrund den Roggelskopf. Foto: Norman und Lisa
Die Drei Türme mit dem Schuttkegel, rechts im Hintergrund den Roggelskopf. Foto: Norman und Lisa

Einige Gehminuten hinter den Drei Türmen liegt die verlassene Alpe Hinterbirg, die von den Walsern zwar schon vor mehreren Hundert Jahren bewirtschaftet, aber schon seit längerer Zeit verfallen ist. Wer genau aufpasst, kann neben dem Weg noch Mauerreste und die Grundmauern eines Gebäudes entdecken. Wo neben dem Weg eine kleine Steinmauer auf Kniehöhe auftaucht, lohnt es sich, genauer zwischen die darauf wachsenden Bäume zu linsen. Wir machen hier eine ausgedehnte Mittagspause und lassen unseren Blick auf die Berge des Verwall und nach Tirol schweifen.

Nun geht es nochmals einige Höhenmeter steil bergauf auf die Alpe Els. Diese ist bewirtschaftet und man kann sich hier auch mit Bergkäse und Landjäger eindecken. Heute nutzen wir diese Gelegenheit für eine kurze Rast und um unsere Wasserflaschen aufzufüllen.

Rechts die Alpe Els, links die Elsspitze mit dem Elser Jöchle. Foto: Norman und Lisa
Rechts die Alpe Els, links die Elsspitze mit dem Elser Jöchle. Foto: Norman und Lisa

Von hier aus wäre auch ein Abstieg über den Tiefenseesattel ins Bergsteigerdorf Marul möglich. Wir entscheiden uns aber für den Abstieg nach Bludenz und wandern somit noch ein letztes Mal für diese Tour aufwärts, auf das Elser Jöchle hinauf. Der Weg hinauf führt über Alpwiesen und durch Latschen, der Weg hinab geht über eine Geröllhalde, in die mit viel Mühe hölzerne Treppenstufen gebaut wurden.

Alpe Obere Furkla. Am Talboden Bludenz, mittig hinten die Schesaplana, links Zimba und Gottvaterspitze. Foto: Norman und Lisa
Alpe Obere Furkla. Am Talboden Bludenz, mittig hinten die Schesaplana, links Zimba und Gottvaterspitze. Foto: Norman und Lisa

Nach ein paar Höhenmetern erreicht man dann die Alpe Obere Furkla, ab hier folgt man dann dem Forstweg abwärts Richtung Montikel und erreicht nach einer guten Stunde schon die Stadt Bludenz und den Bahnhof. Hier steigen wir dann in den Regionalexpress ab nach Hause.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   11:00 Std Wandern   1.900 HM   2.000 HM   21 km   GPX Track

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