Frieder, Freude, Muskelkater

Aufstieg mit Blick auf die Schellschlicht. Foto: So Phia
Aufstieg mit Blick auf die Schellschlicht. Foto: So Phia

Konditionell anspruchsvolle Rundtour in den Ammergauer Alpen. Abseits der gut besuchten Wanderwege und ohne Einkehrmöglichkeit belohnt diese mitunter einsame Tour mit einer fantastischen Aussicht auf die Zugspitze mit Eibsee, den Daniel im Südwesten sowie das weite Ammergebirge. Für die Tour wählen wir den steilen westseitigen Aufstieg und den etwas knieschonenderen Abstieg über die Ostseite.

Wir starten um 6:30 Uhr am Hauptbahnhof in München und sind – nachdem wir im Zug die Haltetaste für die Bedarfshaltestelle gedrückt haben – gegen 8.15 in Griesen.

Bike & Hike

Die Tour kann direkt von Griesen aus gestartet werden, hat dann allerdings knapp 20 Kilometer. Um den Fußweg zu verkürzen, haben wir heute unsere Räder mitgenommen und fahren 2,5 km zurück Richtung Garmisch bis zum Parkplatz der Ochsenhütte. Dort sperren wir die Räder ab und beginnen um halb 9 unsere Wanderung zum Frieder.

Friedergrieß, Friederspitz, Frieder

Dazu folgen wird gleich hinter der Schranke rechts dem kleinen Pfad, der uns ein wenig später auf den Forstweg führt. An der ersten Abzweigung halten wir uns links und folgen dem Wegweiser zum Friedergries und Plansee. Wir gehen den Forstweg am Schwarzenbach entlang, bis wir auf das Friedergries stoßen. Auf der großen Lichtung eröffnet sich uns der erste beeindruckende Blick auf den Daniel.

Blick auf den Daniel vom Friedergries aus. Foto: So Phia
Blick auf den Daniel vom Friedergries aus. Foto: So Phia

Nun verzweigt sich der Weg häufig, wobei wir uns tendenziell immer eher rechts halten. Blau bemalte Zweige und Markierungen in Grün und Blau helfen uns bei der Orientierung. Nachdem wir einen umgestürzten Baum passieren, zweigt der Einstieg in den Steig gleich rechts ab.

Von jetzt an geht es die nächsten 3,5 km nur noch steil bergauf. Es folgen knapp 1.000 Höhenmeter am Stück, die von einer wunderschönen Aussicht und viel Sonne begleitet werden. Der Pfad ist kaum markiert aber klar sichtbar und begangen. Nach einer guten halben Stunde gelangen wir an eine leicht zu übersehende Abzweigung, an der wir rechts hinauf und nicht weiter geradeaus gehen.

Leicht zu übersehende Abzweigung zum Friederspitz. Foto: So Phia
Leicht zu übersehende Abzweigung zum Friederspitz. Foto: So Phia

Für die nächsten zwei Stunden etwa geht es in unzähligen Serpentinen auf dem schmalen Pfad den Südhang hinauf. Während wir stetig an Höhe gewinnen, nehmen unsere Gespräche deutlich ab, bis wir in ein einvernehmliches Schweigen verfallen. Abwechselnd haben wir eine fantastische Aussicht auf die Schellschlicht im Westen und die Zugspitze im Süden.

Doch so schön die Landschaft auch ist, meine Beine werden zunehmend mürrisch und mit Blick auf den Eibsee machen wir daher hier unsere erste Pause. Neben meiner Brotzeit bin ich froh, dass ich heute viel Wasser uns auch Sonnencreme eingepackt habe.

Aufstieg mit Blick auf die Schellschlicht. Foto: So Phia
Aufstieg mit Blick auf die Schellschlicht. Foto: So Phia

Wir wandern weiter und gelangen unterhalb des Lausbichels auf langsam flacher werdende Wiesen und können nach insgesamt drei Stunden Wanderung endlich einen ersten Blick auf den Friederspitz werfen.

Erster Blick auf den Friederspitz. Foto: So Phia
Erster Blick auf den Friederspitz. Foto: So Phia

Wir queren das breite Plateau und steigen die letzten Meter über die grasige Flanke steil zur Friederspitze auf. Die Oberschenkel brennen nochmal so richtig schön und spätestens jetzt ist mir klar, dass mir ein gewaltiger Muskelkater bevorsteht.

Nachdem wir die Aussicht am Gipfelkreuz auf 2.049 m genossen haben, kann ich meine Beine doch noch überreden, den Abstecher zum Frieder zu machen. Damit kommen etwa nochmal 200 Höhenmeter hinzu. Wir steigen also nordseitig hinunter in den Sattel zwischen Frieder und Friederspitz und erreichen nach etwa 20 Minuten das kleine Gipfelkreuz des Frieder (2.053 m).

Gipfelblick vom Friederspitz – von der Kreuzspitze bis zum Frieder. Foto: So Phia
Gipfelblick vom Friederspitz – von der Kreuzspitze bis zum Frieder. Foto: So Phia
Blick vom Frieder zurück auf den Friederspitz. Foto: So Phia
Blick vom Frieder zurück auf den Friederspitz. Foto: So Phia

Nach einer ausgiebigen Rast machen wir uns auf den Rückweg. Zunächst müssen wir zurück zum Friederspitz. Dort angekommen geht es weiter in den ostseitigen Abstieg Richtung Frieder-Alm. Der Pfad führt uns über wunderschön sonnige Almen mit Blick auf Kramer und Ziegspitz.

Abstieg über Almen mit Blick zurück auf den Friederspitz. Foto: So Phia
Abstieg über Almen mit Blick zurück auf den Friederspitz. Foto: So Phia

Der Weg hinab ist nicht ganz so steil wie der Aufstieg und nach gut 1,5 Stunden erreichen wir den breiten Forstweg. Diesen nehmen wir rechts in Richtung Ochsenhütte. Der Weg ist – wie das bei Forstwegen nun mal so ist – relativ unspektakulär. Aber nach der heutigen Tour freuen sich meine Knie über die sanft abfallenden 4 Kilometer bis zur Ochsenhütte, die wir gegen 16:30 Uhr erreichen.

Dort angekommen schnappen wir unsere Räder und machen uns auf den Weg zurück nach Griesen. Von dort fährt uns die Bahn kurz nach 17 Uhr ohne Umsteigen in knapp 2 Stunden direkt nach München zurück. Ohne Stau, Stress und Parkplatzsuche neigt sich ein wunderschöner Tag dem Ende zu.

Ich lehne mich entspannt zurück, blicke aus dem Fenster auf die vorbeiziehenden Berge und freue mich fast ein bisschen auf den Muskelkater, der mich die nächsten Tage zuverlässig an diesen tollen Tag erinnern wird.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   9:00 Std Bike & Hike   1.450 HM   1.450 HM   23 km   GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Bad Endorf, Innsbruck und München erreicht werden.

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