So nah und doch so fern: Vom Lunzer See auf den Maiszinken

Foto: Silvia Henglmüller

Eine Mischung aus Neugier und Nostalgie gewinnt gegen Bedenken wegen der drei Stunden dauernden Fahrt nach Lunz. Neugier auf die Narzissenwiese, von der ich im Netz gelesen habe, und Erinnerungen an ein Uni-Praktikum, das ich vor der Zeit von Handy und Internet in der Biologischen Station gemacht habe. Damals dachten wir: “Wenn draußen die Welt untergeht, bekommen wir das hier nicht mit.” so abgelegen schien uns der Ort. Und auch heute noch ist er nicht schnell zu erreichen. Ich starte am Westbahnhof.

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In St. Pölten wartet schon der Bus nach Scheibbs. Foto: Silvia Henglmüller
In St. Pölten wartet schon der Bus nach Scheibbs. Foto: Silvia Henglmüller

Im Bus nach Scheibbs bin ich bald der einzige Fahrgast. Wir fahren durch mir vollkommen unbekannte Dörfer und die sanften Hügel des Mostviertels in ihren vielfältigen Grüntönen. Darüber strahlt die Sonne am blauen Himmel mit ein paar zarten Schäfchenwolken. Ab Scheibbs, im nächsten Bus, rücken die Hügel näher und werden höher.

Von Lunz auf den Maiszinken

Von der Haltestelle Lunz Schule gehe ich an der Kirche vorbei und überquere die Ybbs auf der St. Johannes Brücke. Ab hier ist der Weg zum See bereits ausgeschildert. Ich passiere den Ybbs-Ursprung und das idyllische (aber sicher kalte) Seebachbad.

Idyllisch - das Seebachbad. Foto: Silvia Henglmüller
Idyllisch – das Seebachbad. Foto: Silvia Henglmüller

Schon nach etwa einem Kilometer erreiche ich auf dem Wanderweg 06 den türkisgrünen See, wo ich auf der Seeterrasse Pause machen oder mir ein Boot leihen könnte. Aber ich mache nur ein paar Fotos und folge weiter dem Maiszinkenpanoramaweg.

Auf der Wandertafel am See ist mein Weg eingezeichnet. Foto: Silvia Henglmüller
Auf der Wandertafel am See ist mein Weg eingezeichnet. Foto: Silvia Henglmüller

Beim Wassercluster Lunz befindet sich besagte Narzissenwiese. Zwischen zahlreichen Wiesenblumen sind tatsächlich viele Narzissen zu sehen. Natürlich soll man die Wiese nicht betreten, sodass man sich vom Weg aus des Anblicks erfreut.

Eine Freude für Blumenfreunde: die Narzissenwiese. Foto: Silvia Henglmüller
Eine Freude für Blumenfreunde: die Narzissenwiese. Foto: Silvia Henglmüller

Am schattigen Seeuferweg komme ich zur biologischen Station Lunz (gegr. von Dr. Carl Kupelwieser 1906) und zur Schlosstaverne, die ich von früher kenne. Im Gasthaus frage ich nach, und es gibt tatsächlich immer noch das Plankton – Fries, und ich darf es fotografieren.

Plankton - Fries im sog. Brehm-Stüberl. Foto: Silvia Henglmüller
Plankton – Fries im sog. Brehm-Stüberl. Foto: Silvia Henglmüller
Schloss Seehof der Familie Kupelwieser. Foto: Silvia Henglmüller
Schloss Seehof der Familie Kupelwieser. Foto: Silvia Henglmüller

Ich verlasse den Panoramaweg Maiszinken für einen Schlenker durch den Wald. War der Weg bis hierher flach, so geht es nach dem Schloss Seehof bald auf der Schotterstraße im Wald bergauf bis zu Helgas Bankerl.

Helgas Bankerl lädt nach dem ersten Anstieg zur Rast ein. Foto: Silvia Henglmüller
Helgas Bankerl lädt nach dem ersten Anstieg zur Rast ein. Foto: Silvia Henglmüller

Ab hier folge ich dem Wanderweg 21. Kurz geht es leicht bergab, dann wird der Weg schmaler und geht mäßig bergauf, bis ich wieder auf den Panoramaweg Maiszinken stoße. In der Kehre lasse ich mich von einer rot-weiß-roten Markierung steil in den Wald locken, wo es aber keinen Weg gibt. Also wieder runter auf den Panoramaweg. Dieser quert mehrfach die Lifttrasse und die Wiesen, auf denen im Winter bei ausreichend Naturschnee Schi gefahren wird. Den letzten Schlenker lasse ich aus und gehe auf der Lifttrasse geradeaus zum Gipfel.

Beim Gipfelkreuz auf 1.075 Meter. Foto: Silvia Henglmüller
Beim Gipfelkreuz auf 1.075 Meter. Foto: Silvia Henglmüller
Pause mit Aussicht zum See. Foto: Silvia Henglmüller
Pause mit Aussicht zum See. Foto: Silvia Henglmüller

Das Gipfelkreuz, die Aussicht auf den See und die Berge und ein gut bestücktes Getränkelager (ausreichend Münzen mitnehmen) laden zur Pause ein. Ein Panorama-Infopoint zeigt mit Pfeilen und Hinweisen, welcher Berg in welcher Richtung zu sehen ist. 

Was ist wo? Hier gibt es Auskunft. Foto: Silvia Henglmüller
Was ist wo? Hier gibt es Auskunft. Foto: Silvia Henglmüller
Im Schatten wartet ein Gertänkelager. Foto: Silvia Henglmüller
Im Schatten wartet ein Gertänkelager. Foto: Silvia Henglmüller

Auch hinunter gehe ich das erste Stück am Rand der Lifttrasse, bis ich an einen Weidezaun stoße. Danach bleibe ich brav am Weg bzw. ein kleines Stück auf der Straße bis zum Almgasthaus Rehberg. Das hat eine schöne Terrasse, aber heute leider Ruhetag.

Blick zurück zur Schipiste, jetzt Blumenwiese. Foto: Silvia Henglmüller
Blick zurück zur Schipiste, jetzt Blumenwiese. Foto: Silvia Henglmüller
Aussicht oberhalb des Almgasthaus Rehberg. Foto: Silvia Henglmüller
Aussicht oberhalb des Almgasthaus Rehberg. Foto: Silvia Henglmüller

Hinter dem Almgasthaus führt Weg Nr. 19 nochmal leicht – und kurz mal knackig – bergauf und verläuft dann auf dem Kamm des Steinbauernberg. Nach ca. 1,5 Kilometer im Wald tut sich plötzlich ein Sichtfenster zum See auf.

Ich genieße den Seeblick. Foto: Silvia Henglmüller
Ich genieße den Seeblick. Foto: Silvia Henglmüller

Nun geht es nur noch bergab, der Weg wird zur Straße, und den tut-gut-Schildern folgend erreiche ich den Ort. Bevor der Bus kommt, ist noch kurz Zeit für ein Eis. Ab Scheibbs fahre ich diesmal im Regionalzug, und ab Pöchlarn im Intercity direkt zum Westbahnhof..

Der Intercity nach Wien. Foto: Silvia Henglmüller
Der Intercity nach Wien. Foto: Silvia Henglmüller

Fazit

Viel Wald und Wiesen, ein paar wunderschöne Aussichten und mehrere Einkehrmöglichkeiten unterwegs (Öffnungszeiten sicherheitshalber vorher prüfen) – der wunderschöne Lunzer See und die mittelschwere Wanderung auf den Maiszinken sind die relativ lange Anreise durchaus wert.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   5:00 Std Wandern   600 HM   600 HM   15 km   GPX Track

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