Wenn die Tage lang sind wie im Mai und Juni, kann man auch am Nachmittag etwas Schönes unternehmen. Wie diese kleine Wanderung durch die Föhrenwälder im südlichen Wienerwald: Von Bad Vöslau über Sooser und Hinteren Lindkogel nach Baden. Einfach die Stille außer Vogelgezwitscher, das frische Grün und die leichte Mailuft genießen.

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Sooser Lindkogel
Vom Bahnhof Bad Vöslau nehme ich die Bahnhofstraße nach Norden zum Thermalbad, an diesem links vorbei in den Kurpark. Zur Waldandacht geht`s nach rechts über den Vöslauer Hütten Runden Weg.

Bei der Waldandacht (aufgelassene Gastwirtschaft) biege ich aber nach rechts ab vom Hauptweg in den Kaisersteinweg. Ein herrliches kleines Waldsteiglein, das zuerst in moderat steilen Serpentinen ein paar Höhenmeter überwindet und dann eher flach durch die Föhren führt.

Ich erreiche eine Forststraße, die ich aber bei der nächsten Kreuzung gleich wieder verlasse. Bei einem Holzlagerplatz auf der linken Seite der Straße verbirgt sich hinter einem Reisighaufen der Einstieg zu einem schmalen Trail – Achtung – dieser wird sicher auch von Mountainbikern benützt. Allerdings bin ich an diesem späten Nachmittag wirklich alleine unterwegs.

Der Schneeberg blitzt durch die Bäume und beim Schneebergblick, kurz nachdem der Pfad wieder auf die Forststraße trifft, ist die Aussicht auf Niederösterreichs Höchsten wirklich prachtvoll. Weiter auf der Forststraße vorbei am Großvaterbaum bis rechts ein unmarkiertes Steigerl auf den Sooser Lindkogel führt.

Oben gibt es nicht wirklich Spektakuläres, trotzdem ist es der höchste Punkt (713m) dieser Wanderung. Diesen markiert ein Steinhaufen, in den eine Vorbeigehende ein DIY Gipfelkreuz montiert hat. 🙂

Hinterer Lindkogel
Den kleinen Gipfel lasse ich hinter mir und erreiche den blau markierten Wanderweg zum Hohen Lindkogel, das wäre mir allerdings für heute zu weit. Auch hier heißt es aufpassen, denn der Pfad zum Hinteren Lindkogel ist nicht markiert und zweigt nach rechts vom Hauptweg ab.

Am fast felsigen Gipfel gibt es ein Rastbankerl und sogar ein Gipfelbuch. Es ist ganz still, die Aussicht wunderschön und ich setze mich auf die noch warmen Steine und schaue rüber zur Dürren Wand und zum Schneeberg, wo sich gerade letzte Gewitterwolken verziehen.


Nach Baden
Es gibt mehrere Abstiegsvarianten nach Baden. Ich nehme die erste Möglichkeit, die angeschrieben ist. Zuerst vom Hinteren Lindkogel auf den Hauptweg und bei der nächsten Kreuzung nach rechts, relativ steil bergab bis zu einer breiten Forststraße, die mich direkt nach Baden bringt. Hier verlässt mich die Geduld, ich schnalle den kleinen Rucksack fest und laufe die letzten Kilometer.

In Baden unter dem Aquädukt durch zur Schwechat, an der man abhängig von den weiteren Plänen beiderseits des Ufers Richtung Bahnhof gelangen kann. Auf der linken Flussseite kommt man am Thermalstrandbad Baden und beim Josefsplatz (Badner Bahn) vorbei. Sowieso warten und Baden genügend Verführungen um diesen frühen Abend nett ausklingen zu lassen: Heurigen, Eissalons oder eben das Strandbad. Mir geht der Akku vom Handy aus und deshalb gibt es keine Beweisfotos, wie meine Belohnung ausgesehen hat.




