Weinviertler Jakobsweg: Von Paasdorf nach Grafensulz

Foto: Barbara Wanzenböck

Schöne Streckenwanderung entlang des Weinviertler Jakobswegs, die geprägt ist von den sanften Hügeln des Weinviertels und dem ausgedehnten Waldgebiet des Leiser Waldes.

Dieser im Vergleich zum Buschberg weniger frequentierte Teil des Weinviertelwegs bietet viel Ruhe und intakte Waldlandschaften, aber keine großen Highlights oder Einkehr-möglichkeiten.

Schnellbahnstation Paasdorf. Foto: Barbara Wanzenböck
Schnellbahnstation Paasdorf. Foto: Barbara Wanzenböck

Endlich scheint wieder die Sonne und ich habe Lust, einmal eine neue Wanderung auszuprobieren. Die Gegend um den Buschberg im Weinviertel kenne ich schon, aber wie sieht es weiter östlich aus? Ich starte an einem Mittwoch am Bahnhof Praterstern und die S2 Richtung Mistelbach bringt mich ganz bequem in einer knappen Stunde nach Paasdorf.

Hauptstraße in Paasdorf. Foto: Barbara Wanzenböck
Hauptstraße in Paasdorf. Foto: Barbara Wanzenböck

Bei der Haltestelle quere ich die Unterführung und nach ein paar Metern biege ich bei der kleinen Kapelle links ab auf die Alte Poststraße. Bei der nächsten Gelegenheit halte ich mich wieder links und nochmals geht’s in einer Unterführung unter der Bahnlinie und der Bundesstraße hindurch, bis man auf den Radweg Richtung Breclav kommt. Für ein kurzes Stück bin ich auf dem asphaltierten Radweg parallel zur stark befahren Bundesstraße unterwegs, aber schon bald biege ich links ab auf einen Feldweg, der mich sanft ansteigend und mit schönen Ausblicken in Richtung des Leiser Waldes führt.

Auf dem Feldweg zum Leiser Wald. Foto: Barbara Wanzenböck
Auf dem Feldweg zum Leiser Wald. Foto: Barbara Wanzenböck

Kurz vor dem Waldrand biegt der Feldweg links ab, aber ein Blick auf die Karte zeigt mir, dass es geradeaus weitergeht, auch wenn der Weg wenig begangen zu sein scheint. Schon nach wenigen Metern entdecke ich das Hinweisschild mit der Jakobsmuschel darauf und das ist gut so, denn sonst hätte ich den Einstieg in den Weinviertler Jakobsweg wohl verpasst. Ab jetzt geht’s durch den schönen Wald leicht bergauf.

Rastplatz bei der Waldandacht. Foto: Barbara Wanzenböck
Rastplatz bei der Waldandacht. Foto: Barbara Wanzenböck

Nach einer halben Stunde Gehzeit habe ich den ersten Rastplatz bei der Waldandacht erreicht, aber die Bänke haben schon bessere Zeiten erlebt und außerdem fehlt mir hier die Sonne. Ich suche daher nach Alternativen und werde etwas abseits der Hauptstrecke am Fuß eines Hochstands fündig.

Ein Platzerl in der Sonne. Foto: Barbara Wanzenböck
Ein Platzerl in der Sonne. Foto: Barbara Wanzenböck
Ausblick vom Rastplatz. Foto: Barbara Wanzenböck
Ausblick vom Rastplatz. Foto: Barbara Wanzenböck

Nach einer kurzen Rast in der blassen Wintersonne und mit schöner Aussicht geht’s auf annähernd ebenen und gut begehbaren Wegen weiter durch den schönen alten Eichenwald. Der Jakobsweg ist wirklich gut beschildert und so komme ich flott voran.

Schöner alter Eichenwald. Foto: Barbara Wanzenböck
Schöner alter Eichenwald. Foto: Barbara Wanzenböck

Erst oberhalb der Ortschaft Garmanns erreicht man wieder den Waldrand, der schöne Ausblicke in die alte Kulturlandschaft bietet. Weingärten – wie ich sie eigentlich im Weinviertel erwartet hätte – sucht man allerdings vergeblich.

Waldrand oberhalb von Garmanns. Foto: Barbara Wanzenböck
Waldrand oberhalb von Garmanns. Foto: Barbara Wanzenböck

Noch nirgendwo habe ich so viele Hochstände auf einem Fleck gesehen – der Wald muss wohl ein sehr beliebtes Jagdgebiet sein. Und der einzige Mensch, der mir auf der gesamten Strecke begegnet ist ein Jäger.

Blick Richtung Buschberg. Foto: Barbara Wanzenböck
Blick Richtung Buschberg. Foto: Barbara Wanzenböck

Ganz im Hintergrund kann man die Kuppel des Senders am Buschberg erkennen. Nach der Überquerung der Landstraße geht’s weiter auf dem Wiesenrücken mit dem lustigen Namen „Im kurzen Gwend“.

Verlorene Jagdbeute? Foto: Barbara Wanzenböck
Verlorene Jagdbeute? Foto: Barbara Wanzenböck

Der Weg führt mich durch den Bründlwald bis zur Brücke über die ehemalige Bahnstrecke zwischen Ernstbrunn und Asparn an der Zaya, die seit einigen Jahren als Draisinen-Bahn in Betrieb ist (ein empfehlenswertes Vergnügen).

Die letzte Blüte des Jahres. Foto: Barbara Wanzenböck
Die letzte Blüte des Jahres. Foto: Barbara Wanzenböck

Hier kehre ich um und gehe über Feldwege hinunter in Richtung Grafensulz. Der Blick schweift dabei über die wunderschöne und unverschandelte alte Kulturlandschaft des Weinviertels und bald erreiche ich den Ortsrand von Grafensulz.

Rastplatz am Ortsrand von Grafensulz. Foto: Barbara Wanzenböck
Rastplatz am Ortsrand von Grafensulz. Foto: Barbara Wanzenböck

Hier gibt’s das letzte Rastplatzerl vor dem Endpunkt der Wanderung und ich nütze die nachmittäglichen Sonnenstrahlen für die 15 Minuten Wartezeit, bis mein Bus fährt.

Bushaltestelle in Grafensulz. Foto: Barbara Wanzenböck
Bushaltestelle in Grafensulz. Foto: Barbara Wanzenböck

Der Bus der Linie 572 kommt pünktlich und bringt mich zum Bahnhof in Mistelbach. Für die knappe halbe Stunde Wartezeit auf die S2 steht hier immerhin ein geheizter Warteraum und ein Getränkeautomat zur Verfügung.

Fazit

Die neue Wanderung hat mich nicht enttäuscht und wird definitiv in meine Favoritenliste aufgenommen. Wer gerne durch schöne Landschaften wandert und dabei die Ruhe und die Einsamkeit genießen kann, ist gut beraten mit dieser Tour. Die Strecke ist überall gut und einfach begehbar, es gibt kaum Asphaltstrecken und nur ein ganz kurzes Stück führt entlang einer wenig befahrenen Straße. Auf Einkehrmöglichkeiten muss man allerdings verzichten und es gibt noch ein zweites großes Manko: Die Buslinie 572 verkehrt nur an Wochentagen!

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   3:30 Std Wandern   150 HM   125 HM   12 km   GPX Track

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