Eine schöne kleine Wanderung im Nationalpark Donauauen, die über schattige Waldwege zum Donauufer und den Badeplätzen bei den Orther Inseln führt. Ideal geeignet für heiße Tage, an denen man sich nicht groß anstrengen will. Neben der Abkühlungsmöglichkeit in der Donau gibt es auch mehrere attraktive Einkehrmöglichkeiten.
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Nachdem meine Knie mich derzeit an mein Alter erinnern und das Wetter gerade auch nicht so berauschend ist – die Eisheiligen lassen grüßen – gehe ich es diesmal ganz gemütlich an.

Start in Orth an der Donau
Ich starte bei der U2-Station Aspernstraße und die regionale Buslinie 550 bringt mich in einer Dreiviertelstunde ganz bequem nach Orth/Donau Schlossplatz. Die Wanderung startet mit einem kleinen Hoppala – ich habe vergessen, den GPS-Tracker zu starten. Ich gehe daher zurück zur Bushaltestelle und von dort gleich weiter entgegen der Fahrtrichtung des Busses, vorbei an der riesigen, über 200 Jahre alten Platane, und biege beim Bildstock in links in die kleine Gasse mit dem Namen „Jägergrund“ ein.

Jetzt geht’s immer geradeaus weiter, vorbei am Gasthof Binder und dem Sportplatz, bis die Straße endet und der Nationalpark beginnt. Bei der ersten Abzweigung halte ich mich links und folge dem Weg, der mit „Uferhaus“ angeschrieben ist.

Schon nach kurzer Zeit wird aus dem breiten Forstweg ein kleines Waldwegerl, das recht idyllisch zwischen alten Aubäumen mäandriert. Nach dem ersten Brückerl über den Fadenbach, der aktuell leider fast ausgetrocknet ist, halte ich mich rechts und folge weiter der Beschilderung in Richtung Uferhaus.

Der Weg verläuft jetzt zwar parallel zur Zufahrtsstraße zum Uferhaus, ist aber so schön angelegt, dass man davon wenig mitbekommt. Nach kurzer Zeit erreicht man den Marchfeldschutzdamm, den man überquert (Achtung auf die Radfahrer am Eurovelo 6!). Hinter dem Damm geht der beschilderte Waldweg leicht nach rechts versetzt weiter.

Uferhaus Rundweg
Nach dem Brückerl und der mit einer Steinschlichtung befestigten Furt biege ich links ab und folge dem Weg in Richtung Uferstraße, die ich überquere. Der Weg verläuft parallel zum Fadenbach über eine Wiese und ist rot markiert und mit „Uferhaus Rundweg 2,1 km“ angeschrieben.

Der Weg führt über die naturbelassene Auwiese und kurz nachdem man wieder in den alten Auwald eingetaucht ist, gibt es links einen kleinen Zustieg zum Fadenbach. Leider ist der Wasserstand im heurigen Dürrejahr sehr niedrig, aber schön ist es trotzdem.

Weiter geht’s durch den wunderschönen Auwald, in dem die gestürzten Baumriesen liegenbleiben – der Weg führt dann einfach drum herum. Da hier im Nationalpark alte Bäume ihr natürliches Lebensende erreichen dürfen und nicht sicherheitshalber geschlägert werden müssen, sollte man so viel Eigenverantwortung zeigen, und den Wald bei Sturm meiden.

Schließlich mündet das verschlungene kleine Wegerl in den Treppelweg an der Donau. Hier halte ich mich kurz links und biege bei der ersten Gelegenheit rechts zum Donauufer ab. Auf Grund des niedrigen Wasserstands der Donau hat sich hier ein ausgedehntes Strandgebiet gebildet, Sandburgen inklusive.

Ich gehe am Schotterstrand ein Stück flussabwärts und staune, wie sehr sich die Landschaft je nach Wasserstand verändert. Kaum zu glauben, dass ich im vorigen Sommer in der jetzt kaum knietiefen Bucht schwimmen konnte. Aber noch ist es sowieso zu kalt und man kann nur hoffen, dass es irgendwann wieder so ausgiebig regnen wird, dass sich die Wasserstände normalisieren. Ich verspreche hiermit hoch und heilig, mich nie wieder über Regenwetter zu beklagen!

Je nach Wasserstand der Donau sind die Orther Inseln Halbinseln oder echte Inseln. Das heißt, bei Donauhochwasser sind sie gar nicht erreichbar. Wenn man baden will, sollte man sich daher vorher über die Wasserführung der Donau erkundigen.

Ich mache eine kleine Runde über die mittlere Insel und folge dann dem Treppelweg flussaufwärts. Hier begegne ich trotz schlechtem Wetter einigen Spaziergängern, die vermutlich vom Parkplatz beim Fischrestaurant „Uferhaus“ gestartet sind. Nach einem kurzen Einkehrschwung im Schiffs-Cafe im Fähranleger (hier gibt’s gute Mehlspeisen!) mache ich mich auf den Rückweg.

Vorbei am Fischrestaurant und entlang des Altarms „Kleine Binn“ führt das kleine Wegerl wieder zurück nach Orth. Diesmal wähle ich den Weg, der parallel zur Uferstraße direkt ins Ortszentrum führt.
Bei der Bushaltestelle warten schon drei sehr betagte Damen, die mit Wanderstecken unterwegs sind. Sie geben mir Hoffnung, mein liebstes Hobby, das Wandern, auch noch sehr lange ausüben zu können, auch wenn es dann irgendwann nur noch kleine Spaziergänge sein werden.
Fazit
Eine sehr nette und unkomplizierte kleine Wanderung, die vielleicht eher ein ausgedehnter Spaziergang ist. Sie stellt keinerlei Ansprüche an Kondition oder Ausrüstung und ist sicherlich auch für Kinder ganz ansprechend. Bei entsprechenden Temperaturen sollte man die Badesachen mitnehmen und eventuell einen Insektenschutz. Aber aktuell gibt es Trockenheitsbedingt noch keine Gelsenplage. Es gibt mehrere lohnende Einkehrmöglichkeiten mit den Fischrestaurants Humer und Binder (bitte unbedingt reservieren) und dem Donaucafe Struden, sowie einen Kinderspielplatz an der Donau. Am Anfang oder Ende der Wanderung lohnt sich auch ein Besuch im Nationalparkzentrum im Schloss Orth.
Und es gibt noch eine alternative Anreisemöglichkeit: vom Ort Haslau am rechten Donauufer (mit der Schnellbahn S7 zu erreichen) gibt es eine Fährverbindung zum Donaucafe „Struden“. Man kann auch Fahrräder mitnehmen.



