Den ersten Schnee im Osten von Österreich Ende November 2025 wollen wir natürlich in der Natur genießen. Wir bedenken bei der Planung die kurzen Wintertage und suchen uns ein Ziel an der Mariazeller Bahn. Von Frankenfels wollen wir auf den Falkenstein und weiter auf den Gromann. Eine Jausenstation liegt am Weg und wir rechnen damit, am früheren Nachmittag wieder in Frankenfels zu sein.
Ich starte von zu Hause aus dem 22. Bezirk um 6 Uhr und verfluche wieder einmal die schlechte Taktung der S80. Am Hauptbahnhof habe ich 20 Minuten Zeit um mich mit Bargeld, Jause und Kaffee zu versorgen und weil der Zug schon da steht und wenig los ist, kann ich zwei Vierertische besetzen.

In Meidling steigen drei Freunde mit Hund dazu und wir fahren bis Sankt Pölten, wo wir theoretisch 7 Minuten Zeit haben in die Mariazellerbahn umzusteigen. Zum Glück wartet die „Himmelstreppe“ auf unseren leicht verspäteten Zug und wir fahren ab nun etwa eine Stunde entspannt durch die verschneite Landschaft bis Frankenfels. Dort treffen wir zwei weitere Freunde, die aus gutem Grund alternativ angereist sind. Um zehn vor 9 gehen wir vom Bahnhof los. Durch den Ort gehen wir die Bundesstraße entlang, biegen nach der Kirche nach rechts ab, die Straße hinauf bis zu einer Ausbuchtung, wo der Wanderweg zum Falkenstein nach links weggeht.

Durch den schattigen Wald geht es im Zickzack gemächlich nach oben und als wir den Wald nach rechts verlassen stehen wir in der Sonne mitten in einem glitzernden Winterwonderland.

Ein Gipfelfoto am aussichtsreichen Falkenstein (730 Meter) muss natürlich sein. Circa 100 Meter gehen wir entlang der Weide den gleichen Weg wieder zurück und dann weiter den Zaun entlang bis auf eine asphaltierte Straße, die erneut nach unten in den Schatten führt.
Bei der Kreuzung, wo die Redtenbachkapelle steht, geht es nun nach links und stetig leicht bergauf. Um keine reine Streckenwanderung zu machen, gehen wir am Eibeck links (östlich) vorbei.

Im Wald bei der Taschlgrabenrotte verpassen wir ein Stück vom geplanten Wanderweg – entweder waren wir durch das Tratschen abgelenkt oder der Weg war durch niedergedrückte Sträucher nicht sichtbar. Über eine Forststraße kommen wir aufs Weidegebiet von der Eibeck-Alm.

Beim Marc Digruber Ruheplatz (eine Gedenkstätte an einen noch lebenden Ex-Skirennläufer) treffen wir auf andere Spaziergänger, die mit Bob und Schneerutscher unterwegs sind. Wir sehen sie dann später rechts von diesem Aussichtsplatz den Hang runterrutschen.
Die eingeplante Hütte ist schon nah, aber erst wollen wir noch den Abstecher auf den Gipfel des Gromannbergs machen. Wer bis jetzt noch keine Grödel und Gamaschen anhatte, legt sie jetzt an. Hier sind unsere Spuren die ersten im wadentiefen, rutschigen Schnee.

Der Gipfel vom Gromann (1.076 Meter) bietet keine Aussicht, am bewaldeten Kamm sieht man durch die Bäume hindurch aber immerhin Rax und Schneeberg durchblitzen, die nur ca. 40 Kilometer Luftlinie nach Osten entfernt sind. Von dort gehen wir den gleichen Weg wieder zurück zum Aussichtsplatz und schauen nochmal Richtung Ötscher. Über die Forststraße erreichen wir die urige Jausenstation Almhaus Eibeck, wo wir uns aufwärmen. Natürlich gibt es hier Dirndlsaft!

Der Weg zurück zum Bahnhof ist hinter der Hütte ohne Zeitangabe angeschrieben. Wir werden für die Strecke eine gute Stunde brauchen. Erst geht es noch ein wenig hinauf zu einem Platz mit Bildstock, wo wir noch einen Blick Richtung Ötscher im Sonnenuntergang werfen und dann geht es steil und rutschig durch den Wald runter.

Gut, dass der Steig ein Geländer mit Stahlseil zum Anhalten hat.

Wir kommen auf eine Weide und in Folge auf den bereits bekannten Güterweg auf dem wir retour direkt zum Bahnhof gehen. Wir warten noch 20 Minuten im netten Warteraum (Bücher und Snackautomat) und fahren mit dem Zug um 17:17 von Frankenfels über Sankt Pölten retour nach Wien.

Fazit
Wer Kühe scheut, sollte die Wanderung im Winter machen.
