Mutterseelenallein am Feistererhorn

Almrausch. Foto: Franz Haas
Almrausch. Foto: Franz Haas

Schöne, einsame Bergtour mit nicht zu unterschätzenden 1.300 Höhenmetern auf das Feistererhorn (2.081m) direkt vom Bahnhof Kalwang.

Um 06:24 fahre ich mit dem Zug von Mürzzuschlag-Hönigsberg nach Kalwang (Ankunft 07:47) zu meiner Wanderung auf das Feistererhorn.

Durch die Unterführung der Bahngleise auf den anderen Bahnsteig und los geht’s. Beim Sägewerk rechts über die kleine Brücke und dann sieht man die erste Hinweistafel (Wanderweg Nr. 973) mit einer Gehzeit von ca.3 ½ Std.

Über eine Forststraße geht man eine Kehre. Auf der rechten Seite ist dann eine Markierung die zu einer Wiese führt. Diese rechtshaltend gerade hinauf bis es wieder in den Wald geht. Nach ein paar Höhenmetern komme ich zu einem Bereich, der sehr verwachsen ist. Pech gehabt und kein Vorwurf an den Wegewart. Die machen das ehrenamtlich. Hier gleich ein Dank an alle vom ÖAV, die die Wege in Schuss halten.

Dafür habe ich aber unglaublich viel Fingerhut auf einem Haufen gesehen und einen seltenen Schwarzen Apollofalter vor die Linse bekommen. Leider wollte er seine Flügel nicht auseinanderspreizen.

Roter Fingerhut. Foto: Franz Haas
Roter Fingerhut. Foto: Franz Haas
Schwarzer Apollofalter auf Vogelwicke. Foto: Franz Haas
Schwarzer Apollofalter auf Vogelwicke. Foto: Franz Haas
Forststraße Richtung Almtörl. Foto: Franz Haas
Forststraße Richtung Almtörl. Foto: Franz Haas

Nach einem steilen Anstieg durch den Wald, komme ich endlich auf die Forststraße, die mich Richtung Almtörl bringt.

An der Weggabelung rechts haltend gehe ich dann gemütlich bergauf, bergab weiter. Eine Treppe ist zu überwinden, da an dieser Stelle ein Zaun und ein Tor ist.

Am Almtörl angekommen…mache ich kurz eine Trinkpause und lege den Rucksack ab. Es geht dann rechts doch ein wenig steiler bergauf.

Anstieg nach dem Almtörl. Foto: Franz Haas
Anstieg nach dem Almtörl. Foto: Franz Haas

Ein kurzes Stück in praller Sonne lässt mich gleich gehörig schwitzen. Danach geht es serpentinenmäßig durch den Wald weiter hinauf. Gespenstisch anmutend: Eine große Anzahl an abgestorbenen Nadelbäumen…ich vermute Fichten.

Tipp: Man überquert 2x ein kleines Bacherl. Also wer schon viel getrunken hat…auffüllen.

Aus dem Wald hinaus überquere ich eine Wiese, eine Forststraße (Wegweiser) und dann wieder eine Wiese gerade bergauf. Dieses völlig freiliegende Stück verlangt einem viel Körperflüssigkeit ab in der Sonne.

Dann geht es wieder in den Wald und hinauf Richtung Schildhahnboden.

Durch Schwarzbeerfelder Richtung Schildhahnboden. Foto: Franz Haas
Durch Schwarzbeerfelder Richtung Schildhahnboden. Foto: Franz Haas

Schildhahnboden

Wenn man die Bäume und hohen Latschen hinter sich gelassen hat, ist der erste freie Blick aufs Horn gegeben. Zuerst verspüre ich Freude und bin dann doch ein wenig erstaunt, das es noch ein ganzes Stück hinauf ist. Durchschnaufen…und weiter.

Ein Biwak aus Nadelgehölz am Schildhahnboden. Rechts geht es weiter den Latschen entlang Richtung Feistererhorn das in der Bildmitte zu sehen ist. Foto: Franz Haas
Ein Biwak aus Nadelgehölz am Schildhahnboden. Rechts geht es weiter den Latschen entlang Richtung Feistererhorn das in der Bildmitte zu sehen ist. Foto: Franz Haas
Steig durch Almrausch und Latschen. Foto: Franz Haas
Steig durch Almrausch und Latschen. Foto: Franz Haas
Blick zurück auf den Schildhahnboden mit kleinem See. Im Hintergrund (Bildmitte) ist der Reiting zu sehen. Mit dem Gößeck als höchsten Punkt dieses freistehenden Gebirgsstock das zu den Eisenerzer Alpen zählt. Foto: Franz Haas
Blick zurück auf den Schildhahnboden mit kleinem See. Im Hintergrund (Bildmitte) ist der Reiting zu sehen. Mit dem Gößeck als höchsten Punkt dieses freistehenden Gebirgsstock das zu den Eisenerzer Alpen zählt. Foto: Franz Haas
Almrausch und im Hintergrund links der Bildmitte der Admonter Reichenstein. Foto: Franz Haas
Almrausch und im Hintergrund links der Bildmitte der Admonter Reichenstein. Foto: Franz Haas

Der Steig führt ab jetzt immer den Kamm hinauf. Der blühende Almrausch und die immer besser werdende Aussicht lassen mich die Mühen vergessen. Anstieg und flache Passagen wechseln sich ab. Und hier weht auch schon eine Brise…so lässt sich`s aushalten.

Ich glaube, links das Geierhaupt und rechts davon das Himmeleck zu erkennen. Foto: Franz Haas
Ich glaube, links das Geierhaupt und rechts davon das Himmeleck zu erkennen. Foto: Franz Haas

Wie im oberen und unteren Bild zu sehen ist, bewege ich mich am Schluss auf dem linken von zwei Kämmen. Das Schneefeld liegt dazwischen.

Da es aussieht wie zwei Hörner, nehme ich mal an, dass daher der Name Feistererhorn kommt.

Im Juli noch ein Schneefeld… Habe es ca. 1min barfuß ausgehalten. Dann schnell wieder Socken drüber und Schuhe an. Foto: Franz Haas
Im Juli noch ein Schneefeld… Habe es ca. 1min barfuß ausgehalten. Dann schnell wieder Socken drüber und Schuhe an. Foto: Franz Haas
Das letzte Stück zum Gipfelkreuz. Foto: Franz Haas
Das letzte Stück zum Gipfelkreuz. Foto: Franz Haas
Links im Hintergrund der Hochreichhart…..wer schnell unterwegs ist und gute Kondition hat, kann den auf der Tour mitmachen. Foto: Franz Haas
Links im Hintergrund der Hochreichhart…..wer schnell unterwegs ist und gute Kondition hat, kann den auf der Tour mitmachen. Foto: Franz Haas

Der rechte Kamm zieht sich noch ein wenig weiter rauf. Das Gipfelkreuz steht aber auf der linken Seite.

Feistererhorn (2.081m)

Gipfelkreuz Feistererhorn 2081m (wegen der Sonne von hinten fotografiert). Foto: Franz Haas
Gipfelkreuz Feistererhorn 2081m (wegen der Sonne von hinten fotografiert). Foto: Franz Haas

Nach einer zum Jausnen angemessenen Rast…die eher zum Kampf mit den Fliegen ausartet…noch ein paar Fotos machen und dann den gleichen Weg hinunter, den man heraufkam.

Das Kaiserschild. Foto: Franz Haas
Das Kaiserschild. Foto: Franz Haas
In der Mitte der Bremstein in Mautern. Foto: Franz Haas
In der Mitte der Bremstein in Mautern. Foto: Franz Haas

Abstieg über den selben Weg zurück

Blick zurück vom Schildhahnboden auf das Feistererhorn. Foto: Franz Haas
Blick zurück vom Schildhahnboden auf das Feistererhorn. Foto: Franz Haas
Grantiger Jaga. Foto: Franz Haas
Grantiger Jaga. Foto: Franz Haas

Alles in allem eine wunderschöne Tour mit einem imposanten Rundblick.

17 Kilometer und über 1.300 Höhenmeter, hin und retour. Reine Gehzeit 5 Stunden und 40 Minuten. Gesamt mit Pausen 9 Stunden.

Bei meinen Touren schau ich auch immer ein wenig auf die Fauna und Flora. Es könnte einem ja ein schönes Motiv durch die Lappen gehen. Daher benötige ich für meine Wanderungen oft länger, als gedacht.

Es war bei der Hitze eine herausfordernde Tour, abseits des Massenbergtourismus.

Achtung: Keine Einkehrmöglichkeit! Also genug zum Trinken mitnehmen!

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   9:00 Std Wandern   1.300 HM   1.300 HM   17 km   GPX Track

Rückfahrt alle zwei Stunden von Kalwang: 14:10, 16:10, 18:10, (20:10 der letzte Zug).


Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Bischofshofen, Bruck an der Mur, Graz, Klagenfurt, Leoben, Linz, Mürzzuschlag, Salzburg, St. Pölten, Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.

3 Kommentare

  1. Hallo Tobias.
    Danke für deinen Kommentar.
    Wegen der Steilheit habe ich nur deswegen erwähnt, da es vielleicht auch Leute gibt die nicht konditionell gut drauf sind.
    Tja……ich für mich brauch da nimma weiter gehen nach dem Gipfelkreuz Feistererhorn. Schön, dass du es gemacht hast.
    Und was die Wege betrifft……ich geh nur die, die rot in der Map eingezeichnet sind oder eine Wanderwegnummer haben.
    Auf jeden Fall zahlt sich die Tour aus.

    1. Bis Feistererhorn Gipfel ist es gut markiert und begehbar ohne zu steile oder ausgesetzte stellen. Die nächstgelegene einkehrmöglichkeit ist das Hochreichart-Schutzhaus, geöffnet 15. juni bis 15. september freitag bis sonntag:
      https://www.hochreichart-schutzhaus.at/
      600 m tiefer, vom Feistererhorn 1,5 stunden abstieg, bzw. von dort 2 stunden aufstieg. Der direkte weg aus dem tal zu dieser hütte ist ab Liesingau und erfordert vom nächstgelegenen bahnhof Kalwang ein paar km wanderung im tal (bin ich nicht gegangen).
      Kalwang – Feistererhorn kann ich jedem empfehlen, genug wasser mitnehmen ist ein wichtiger tip, nochmal danke!
      Was die zweifelhaften pfade abseits der markierten wege betrifft, bin ich im austausch mit der Openstreetmap-community, ob die gelöscht oder so markiert werden, dass sie niemand drauf verirrt (teils wird es so steil, dass es für weniger geübte zum sicherheitsrisiko werden kann).

  2. Hallo Franz, danke für den schönen wandertip! Auch im Oktober sehr zu empfehlen, da gibt es dann auch keine hitzeprobleme und auch keinen kampf mit den fliegen, dafür jede menge schwarzbeeren!
    Gestern bin ich zum Feistererhorn (2081 m) ab bahnhof Kalwang gegangen.
    Aufstieg in ca. 3 stunden geschafft (barfuß). Teils forststraßen, teils waldwege, überwiegend mit gras- oder moosstreifen, kurze abschnitte über wiesen, im oberen teil schmaler weg in niedrigem bergkiefergebüsch, viele heidelbeeren. Traumhafte aussicht zum Reiting und Grimming und wirklich einfach zu gehen, es braucht halt die kondition für 1330 höhenmeter, besonders steil wird es allerdings nirgends.
    Nach einer pause am gipfel habe ich mich noch fit genug gefühlt, um über Stubentörl (steiler abstieg) zum Kleinreichart (2090 m) gegangen. Mit noch viel mehr zeit und kondition könnte es noch weiter zum Hochreichart (2416 m) gehen, dann wäre aber irgendwann eine übernachtung im berg erforderlich und es könnte hochalpin werden.
    Um höhenmeter zu sparen, bin ich ab Stubentörl um das Feistererhorn herumgegangen, zumindest sind dort in OpenStreetMap pfade eingezeichnet. Hier zeigt sich aber: Wo ein pfad eingezeichnet ist, ist nicht unbedingt einer in der natur. Ich bin öfters ins dickicht und in steiles gelände geraten; wenn ich dem folge, was wie ein weg aussieht, komme ich vom weg ab, wie er im Navi eingezeichnet ist. Beim abstieg bin ich vermeintlich zeitlich in bedrängnis geraten angesichts der wegzeiten auf den schildern, diese sind allerdings bis ortszentrum Kalwang und da der bahnhof vorher liegt, habe ich ihn bequem erreicht.
    Ich war komplett allein, nur am hang des Feistererhorns habe ich aus ca. 50 m entfernung einen kapitalen gamsbock gesichtet, bergab sprintend.
    Fazit, der direkte aufstieg zum Feistererhorn ist sehr zu empfehlen, der weitere weg zum Kleinreichart für alle, die noch mehr berge wollen, aber der weg um den berg herum existiert nicht wirklich. Es ist also am besten, den selben weg wieder bergab zu nehmen.

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