Hochgründeck II: Bike and Hike von Eben nach St. Johann

Foto: Karl Plohovich

Das Hochgründeck (es ist für Bildungshungrige mit informativen Tafeln zur Geologie und zur Kulturgeschichte, besonders zur Musik ausgestattet) lässt sich von Eben nach St. Johann mit dem Rad über“schreiten“. Wenn ich lange genug im Sattel gesessen bin, freue ich mich aufs Wandern; wenn ich vom Wandern müde bin, freue ich mich auf die Segnungen der (E-Bike) Technik. Der Breitspitz (1.804 Meter) ist für Stille Suchende (und stille Suchende) ein Geheimtipp und der „steile Weg“ bietet Erntefreuden.

Den Bericht „Hochgründeck I“ von Hüttau nach Bischofshofen findest du hier!

Steckbrief

Start/ZielTourdaten BikeTourdaten Hike
Eben Bahnhof/St. Johann Bahnhof+800/-1.100 hm, 34 km, 5 Std.+/- 800 hm, 7 km, 4 Std.

Wieder bin ich um 9:08 im REX, der an diesem Samstag im vordersten Wagon – meine Intuition war richtig – dank fehlendem Rollstuhl für mein Rad und mich eine völlig entspannte Anreise mit prachtvollem Blick u.a. auf die Festung Hohenwerfen erlaubt.

Entspannt… Foto: Karl Plohovich
Entspannt… Foto: Karl Plohovich

Diesmal klappt die Verbindung Richtung Schladming: die Garnitur steht schon bereit und die entspannte Anreise setzt sich fort.

Einstieg in die Route – gleich gegenüber des Bahnhofs. Foto: Karl Plohovich
Einstieg in die Route – gleich gegenüber des Bahnhofs. Foto: Karl Plohovich

Vom Bahnhof Eben ist der Einstieg leicht zu finden, führt am Kindergarten vorbei und nach einer scharfen Rechtskurve unter der Autobahn – die man erst jetzt bemerkt – durch und schon ist es aus mit dem Asphalt. Es folgen viele Kilometer im schönen Fichtenhochwald, von Zwergsträuchern und Farnen dicht bewachsen. Um die Straße trocken zu halten ist stellenweise grober Schotter aufgebracht. Gut, dass ich hier nicht abfahren werde.

Ruppiger „Gleisschotter“ – noch nicht gut eingefahren. Foto: Karl Plohovich
Ruppiger „Gleisschotter“ – noch nicht gut eingefahren. Foto: Karl Plohovich

Hie und da erlaubt ein Schlag oder eine verlassene Almwiese einen Blick ins Land: zur Bischofsmütze, zum Dachstein, ins Tennengebirge, und nicht zuletzt hinüber zum Hochgründeck und zum Breitspitz, dem ich heute einen Besuch abstatten möchte. (Titelfoto)

Der Forstweg verliert schließlich wieder fast 200 Meter an Höhe, um nach und nach zum Ginausattel anzusteigen.

Kurz vor dem Ginausattel – Welch ein Blick! Glocknergruppe. Foto: Karl Plohovich
Kurz vor dem Ginausattel – Welch ein Blick! Glocknergruppe. Foto: Karl Plohovich
Den Versicherungsvorschriften geschuldeter Abstellplatz. Foto: Karl Plohovich
Den Versicherungsvorschriften geschuldeter Abstellplatz. Foto: Karl Plohovich

Nach mehr als einer Stunde im Sattel freue ich mich (nach dem Suchen eines geeigneten Abstellplatzes) aufs Wandern.

Schön ausgeschnittener und gut gepflegter „Steiler Weg“. Foto: Karl Plohovich
Schön ausgeschnittener und gut gepflegter „Steiler Weg“. Foto: Karl Plohovich

Der „steile Weg“, wie er auf den gelben Hinweisschildern genannt wird, ist ein Steiglein nach meinem Geschmack und offenbar so wenig begangen, dass ich nicht Schwammerln suchen, sondern diese nur ernten muss.

Eierschwammerln in Erwartung… Foto: Karl Plohovich
Eierschwammerln in Erwartung… Foto: Karl Plohovich

Die besten Heidelbeerplätze ernte ich vertrauensvoll jetzt noch nicht. Die warten auf den Abstieg.

Vom Gipfel des Hochgründecks führt ein (mit rot-weißen Punkten markierter) Weg – in keiner Karte eingezeichnet – am Grat steil in den Hofersattel hinunter. Tiefe Furchen zeugen dort von überschweren Forstgeräten. 

Verträumter Waldpfad. Foto: Karl Plohovich
Verträumter Waldpfad. Foto: Karl Plohovich

Nun geht es lange flach auf schönem Steig, immer wieder durch feuchte Stellen, dem stillen Breitspitz entgegen (etwa eine Stunde von Gipfel zu Gipfel).

Breitspitz gegen Gosaukamm und Dachstein. Foto: Karl Plohovich
Breitspitz gegen Gosaukamm und Dachstein. Foto: Karl Plohovich

Als Rückweg wähle ich den Aufstiegsweg und verbinde ihn mit den erhofften Erntefreuden.

Ein willkommenes, edles Mitbringsel vom Wegrand für zu Hause. Foto: Karl Plohovich
Ein willkommenes, edles Mitbringsel vom Wegrand für zu Hause. Foto: Karl Plohovich

Die Forststraße nach St. Johann lässt ob der glatten Fahrbahn hohe Geschwindigkeiten zu. Ab etwa 1.280 Metern – man kommt aus dem Wald ins offene Gelände – ist mein Bike wieder im Reich des teils ruppigen, teils sehr guten Asphalts. Es kostet einige Mühe, den Drahtesel in Zaum zu halten; immer wieder will er mit mir durchgehen.

Rassige Abfahrt – hinten: Wagrain. Foto: Karl Plohovich
Rassige Abfahrt – hinten: Wagrain. Foto: Karl Plohovich

Nach 500 rassigen Höhenmetern erreicht man die recht befahrene Wagrainer Straße, die zunächst bergab, dann nochmal ein Stück bergauf und schließlich hinab nach St. Johann führt.

Pongauer Dom – St. Johann. Foto: Karl Plohovich
Pongauer Dom – St. Johann. Foto: Karl Plohovich

Durch den Ort taste ich mich erfolgreich hindurch, bis mir ein Schild „Bahnhof“ die letzten Meter weist. Meine S3 fährt um 17:29 Uhr ab. Der Bahnhof St. Johann hat den Vorteil, dass kein Lift „außer Betrieb“ sein kann.

Ohne Lift problemlos hinauf zum Gleis 2. Foto: Karl Plohovich
Ohne Lift problemlos hinauf zum Gleis 2. Foto: Karl Plohovich

Die Touren Hochgründeck I und Hochgründeck II sind als Anregungen gedacht, um nach persönlichen Vorlieben eigene Kombinationen zu finden. Wer Stille und Meditation sucht wird ebenso auf seine Rechnung kommen wie jene, für die ein wohlschmeckendes Mittagessen zu einer gelungen Tour gehört. Und je nach Jahreszeit und Zeitbudget lässt sich auch mit einer reichen Ernte zufrieden die Heimfahrt antreten.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   10:00 Std Bike & Hike   1.600 HM   1.900 HM   41 km   GPX Track

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