Rax für Anfänger

Foto: Barbara Wanzenböck

Wunderschöne und abwechslungsreiche kleine Wanderrunde über das Hochplateau der Rax, die alles bietet, was man sich von einer Gebirgswanderung erwartet. Durch die Anreise mit der Seilbahn sind nicht viele Höhenmeter zu bewältigen, aber das Gelände erfordert doch eine gewisse Trittsicherheit.

Ausstieg bei der Haltestelle „Hirschwang Raxseilbahn“. Foto: Barbara Wanzenböck
Ausstieg bei der Haltestelle „Hirschwang Raxseilbahn“. Foto: Barbara Wanzenböck

Nachdem die junge Besucherin aus Litauen von unserer Wanderung auf den Peilstein so begeistert war, überlege ich, welcher „richtige“ Berg für uns erreichbar und notfalls auch mit Turnschuhen zu bewältigen ist, und da fällt mir natürlich die gute alte Rax ein. Wir starten an einem Dienstag um 10:00 am Bahnhof Meidling und lassen uns mit dem CJX9 ganz bequem nach Payerbach-Reichenau bringen und steigen dort in den Bus 341 um, der uns direkt zur Talstation der Seilbahn bringt.

Aussichtspunkt beim Berggasthof. Foto: Barbara Wanzenböck
Aussichtspunkt beim Berggasthof. Foto: Barbara Wanzenböck

Die Tickets haben wir zum Glück schon am Vortag online gekauft, denn der Andrang ist in den Sommerferien groß. Und so können wir kurz nach 12:00 unsere Wanderung beginnen. Leider hat sich die Sonne noch nicht durchgekämpft, trotzdem sind die ersten Ausblicke auf den Schneeberg beeindruckend.

Der erste diesige Blick auf den Schneeberg. Foto: Barbara Wanzenböck
Der erste diesige Blick auf den Schneeberg. Foto: Barbara Wanzenböck

Unser erstes Zwischenziel ist die Höllental-Aussicht und meine Wanderkarten-App hat mir einen Abschneider dorthin angezeigt. Dieses Wegerl wäre zwar sehr schön, es existiert aber nur noch in Fragmenten und wir verlieren ein paar Mal den Weg, wie man auf dem Track sehen kann.

Das Wegerl ist leider fast zugewachsen. Foto: Barbara Wanzenböck
Das Wegerl ist leider fast zugewachsen. Foto: Barbara Wanzenböck

Ich empfehle daher, doch auf der ausgeschilderten Hauptroute über den Praterstern zu bleiben, auch wenn dort für meinen Geschmack zu viele Menschen unterwegs sind.

Die Höllentalaussicht als erstes Highlight. Foto: Barbara Wanzenböck
Die Höllentalaussicht als erstes Highlight. Foto: Barbara Wanzenböck

Bei der beeindruckenden Höllentalaussicht legen wir eine erste kurze Rast ein und danach geht’s weiter über einen schönen Wiesenweg. Endlich hat sich die Sonne durchgekämpft, die Menschenmassen haben sich verlaufen und uns umfängt die stille Bergeinsamkeit, die so guttut.

Endlich ist die Sonne herausgekommen. Foto: Barbara Wanzenböck
Endlich ist die Sonne herausgekommen. Foto: Barbara Wanzenböck

Wir folgen den Wegweisern in Richtung Neue Seehütte und der schöne und nur sanft ansteigende Weg führt uns über Wiesen- und Waldstücke bis zur Geländekante in der Nähe der Preinerwand. Wer will, kann von hier einen Abstecher zur Hütte machen.

Mittagsrast mit toller Aussicht. Foto: Barbara Wanzenböck
Mittagsrast mit toller Aussicht. Foto: Barbara Wanzenböck

Wir haben unsere Jause selbst mitgebracht und halten hier unsere Mittagsrast mit sensationeller Aussicht. Und dann entdecken wir in der Nähe sogar noch ein Edelweiß – es ist schon fast kitschig!

Mit dem Edelweiß sind alle Berg-Klischees erfüllt. Foto: Babara Wanzenböck
Mit dem Edelweiß sind alle Berg-Klischees erfüllt. Foto: Babara Wanzenböck

Nach der Mittagsrast geht’s jetzt doch noch ein paar Höhenmeter hinauf und der Weg ist hier zum ersten Mal etwas anspruchsvoller und verlangt eine gewisse Trittsicherheit. Aber bald ist es geschafft und wir stehen vor dem Gipfelkreuz an der Preinerwand.

Gipfelfeeling beim Preinerwand-Kreuz. Foto: Barbara Wanzenböck
Gipfelfeeling beim Preinerwand-Kreuz. Foto: Barbara Wanzenböck

Ab hier geht’s immer an der Geländekante entlang zurück zur Seilbahn und der Weg bietet immer wieder wunderbare Ausblicke in alle Richtungen.

Der Rückweg bietet eine tolle Aussicht. Foto: Barbara Wanzenböck
Der Rückweg bietet eine tolle Aussicht. Foto: Barbara Wanzenböck

Erstaunlicherweise sind wir auch hier fast allein unterwegs – nur die vielen Steinmanderln erinnern daran, dass dieser Weg eigentlich stark frequentiert ist.

Die Steinmanderln sind allgegenwärtig. Foto: Barbara Wanzenböck
Die Steinmanderln sind allgegenwärtig. Foto: Barbara Wanzenböck

Auch wenn der Sendemast bei der Bergstation der Seilbahn in der Ferne schon zu sehen ist, ist die Weglänge nicht zu unterschätzen und ich bin froh, dass wir die Talfahrt der Seilbahn erst für 17:00 gebucht haben.

Spätsommerliches Blütenmeer beim Ottohaus. Foto: Barbara Wanzenböck
Spätsommerliches Blütenmeer beim Ottohaus. Foto: Barbara Wanzenböck

Ab dem Ottohaus sind es nur noch 30 Minuten zu gehen und erst hier reihen wir uns wieder in den stetigen Strom der Wanderer ein. Beim Berggasthof spendiere ich der jungen Besucherin noch einen Almdudler – Klischees müssen erfüllt werden – und auch davon ist sie begeistert.

Warten auf den Autobus- neuerdings mit Sitzbankerl. Foto: Barbara Wanzenböck
Warten auf den Autobus- neuerdings mit Sitzbankerl. Foto: Barbara Wanzenböck

Die Rückfahrt funktioniert tadellos und um 19:00 sind wir wieder zurück in Wien.

Fazit

Auch wenn man die kräfteschonende Variante des Aufstiegs mit der Seilbahn wählt, bietet die Rax das echte Hochgebirgserlebnis mit sensationellen Ausblicken. Nach der ersten halben Stunde Gehzeit verlieren sich auch die Menschenmassen und man kann die wunderbare Landschaft in Ruhe genießen. Die Strecke ist auch für weniger Geübte gut zu schaffen, doch die steinigen Wege erfordern gute Schuhe, ein wenig Trittsicherheit und ein bisschen mehr Gehzeit als üblich. Es gibt mit Neuer Seehütte, Ottohaus und Berggasthof auch mehrere Einkehrmöglichkeiten. Die An- und Abreise ist an und für sich sehr unkompliziert, allerdings sollte man sicherheitshalber die Tickets für die Seilbahn im Vorhinein buchen (mit Zeitangabe). Wir waren mit zwei Pausen knapp 5 Stunden unterwegs.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   3:30 Std Wandern   300 HM   300 HM   11 km   GPX Track

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