Immer wieder fallen mir Berichte über die tollen Loipen am Wechsel in die Hände. Oder ich lese auf Social Media darüber. Aber anscheinend erreicht man die Loipeneinstiege nur mit dem Auto. Ein Shuttle Service, das an Winterwochenenden von Kirchberg zur Steyerberger Schwaig fuhr, existierte nur ein Jahr. Und Linienbus fährt dort keiner hin.
Ich wäre aber keine echte Bahn zum Berglerin, würde ich nicht nach einer Lösung suchen – und siehe da – es gibt sie, zumindest vom Montag bis Freitag bei genügend Schnee. Da fährt nämlich ein Bus vom Bahnhof in Aspang bis nach Mariensee. Und er hält „fast“ bei der Sessellift Talstation in Mariensee Langegg. Aber nur fast, etwa 1 1/2 Kilometer Fußweg trennen Haltestelle und Talstation, also nicht unüberwindlich. So mach ich das dann auch.

Lift und Loipe Kombi
Vier Stunden Zeitfenster bis zum übernächsten Bus passen für mein Vorhaben genau. Ich spaziere von der Bushaltestelle eine schmale Asphaltstraße entlang bis zum Sessellift. An der Kassa besorge ich mir ein Kombiticket für die Berg- und Talfahrt und die Loipengebühr (24,90 € Stand Februar 2026). Zehn Minuten später steige ich bei der Bergstation vom Lift und in meine Skier. Die Loipe beginnt unterhalb der Bergstation beim Speicherteich.
Wichtig zu wissen: Wenn die Loipe „Mariensee Bergstation – Marienseer Schwaig nicht freigegeben ist, dann gibt´s auch kein Kombiticket – am besten morgens nochmals überprüfen. Die Stoaalm bei der Bergstation sperrt manchmal schon um 14:00.
Fahrvergnügen
Heute sind die Loipenbedingungen „sehr gut“, der Naturschnee frisch präpariert und fährt sich sehr angenehm. Die Loipe ist anfangs leicht wellig und in der zweiten Hälfte dann mehr bergauf als bergab. Zuerst genieße ich das, aber dann kommt mir doch ein Gedanke: „Ich muss da wieder runter!“ Und für Langlaufanfänger:innen wie mich ist das Abfahren schwieriger als das Bergauffahren.


Mmmmmh – Genuss pur! Fotos Veronika Schöll
Das Wetter wechselt andauernd und manchmal geben die Wolken die Sonne und einen schönen Blick ins Tal und zu den umliegenden Kuppen und Gipfeln frei.

Bei der Marienseer Schwaig ist nach 6 Kilometer mein Umkehrpunkt (es ginge aber schon noch weiter.)

Jetzt kommt die lange aber recht harmlose Abfahrt, der verschmauste Nussriegel verhindert allerdings nicht, dass meine Oberschenkel gegen Ende ordentlich brennen. So soll das sein.

Aprés
Etwas früher als erwartet erreiche ich den Ausgangspunkt bei der Loipe und hätte mich auf einen Kaffee in der Stoaalm gefreut, die hat aber schon um 14.00 zugemacht. Für Liftfahrt und Fußweg bis zur Busstation reserviere ich eine halbe Stunde, bleibt also noch etwas Zeit.
Ich fahre mit dem Sessellift runter und hol mir dann eben beim Standl am Ende der Skipiste einen Kaffee. Die Tiroler Aprés-Ski-Marschmusik dröhnt ein bissl in meinen Ohren, aber tapfer trinke ich meinen Kaffee im Liegestuhl und lausche einem Herren, der die Angst vor dem ehelichen Nudelwalker wegen seiner nächtlichen Eskapaden besingt. Nein, kein DJ Ötzi – Song. Aber doch irgendwas mit Lederhosn. (Sag mir Danke für den Ohrwurm.)


Kaffee mit Musikbegleitung und Heimfahrt in der gelbblauen Limousine. Foto: Veronika Schöll
Im Bus wieder nach Aspang.
Langsam mach ich mich dann auf die Socken zur Bushaltestelle. Noch immer etwas zu früh und warm ist mir jetzt nicht mehr so. Timing ist hier wirklich alles. Während ich überlege ob ich dank Klimaticket mit dem Bus die Ehrenrunde nach Mariensee mit drehen soll, fetzt dieser schon an mir vorbei – ich war leider nicht schnell genug an der gegenüberliegenden Haltestelle. Fünfzehn Minuten später nimmt der „Poldi“ mich und noch zwei andere Fahrgäste gerne mit zum Bahnhof nach Aspang.
Fein wars – gerne wieder!
Tourdaten
PS: Beim Track ist die etwa drei Kilometer lange Liftfahrt mit drin.
