Aussichts-Maxxing am Eibenberg

Gipfelkreuz am Eibenberg. Foto Veronika Schöll

Da hat Manfred Hinteregger schon Recht, manche Berge (wie zum Beispiel den Ausseer Zinken, auf dem wir gemeinsam waren) muss man ersteigen um ihre ganze Schönheit erleben zu können. Das ist auch bei diesem Gipfel so, erscheint er doch neben seinen prominenten Nachbarn Traunstein und Erlakogel eher unscheinbar. Erst wer auf dem langen Gipfelgrat dahinschreitet erkennt seine vollkommene Strahlkraft. Schaut man ans Südende des Traunsees fällt der bewaldete Bergrücken zuerst gar nicht auf. Mir auch nicht. Erst ein Bild von seinem besonderen Gipfelkreuz hat mich neugierig gemacht.

Mit der Salzkammergutbahn nach Ebensee

Und weil die Neugier so groß ist, mache ich mich aus Wien auf den Weg zum Traunsee. Das geht eigentlich recht fix. Mit Umsteigen in Attnang-Puchheim und Aussteigen in Ebensee-Landungssteg bin ich dabei. Gleich merken, gegenüber der Bahnstation hat der Giovanni ein Eisstandl hingestellt und über eine Treppe kommt man zum Seeufer (falls man sich vor der Heimfahrt noch Zeit nimmt).

Gut zu wissen: Es gibt auf der Strecke eine Quelle im oberen Drittel des Weges, aber keine Einkehrmöglichkeit. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind nötig.

Mit Plan zum Berg – Personalisierte Fahrplanabfrage

Bahn zum Berg zeigt dir jetzt die Anreise zu den Öffi-Touren direkt von deinem Startort (daheim) sowie die Heimreise nach der Tour. Du kannst nun auch frühere oder spätere Verbindungen auswählen. Bitte beachte dabei die empfohlene Tourdauer.

Rückblick zum Bahnhof Ebensee-Landungssteg. Foto Veronika Schöll
Rückblick zum Bahnhof Ebensee-Landungssteg. Foto Veronika Schöll

Durch Rindbach

Vom Bahnhof weg, geh ich am Eisstand vorbei und überquere die Bundesstraße – ein Stück an dieser entlang Richtung Rindbach über die Traun. Gleich nach der Brücke links auf eine Nebenstraße, die auch als Weitwanderweg 04 dient. Durch den Ortsteil Rindbach in Richtung Gasslhöhle (vorbei an der Abzweigung zur Schlafenden Griechin). Nach den Parkplätzen für die Gasslhöhle biegt rechts ein Waldweg zum Eibenberg ab. Drei Stunden sind angeschrieben. Vom Bahnhof bis hierher waren es etwas mehr als eine halbe Stunde.

Zuerst Richtung Gasslhöhle. Foto Veronika Schöll
Zuerst Richtung Gasslhöhle. Foto Veronika Schöll

Aufstieg Eibenberg

Der schattige, nordseitige Aufstiegsweg ist sehr abwechslungsreich und führt durch die verschiedenen Vegetationsstufen des Bergwalds entlang des Waltersgrabens in mittlerer Steigung nach oben. Er kreuzt eine Forststraße, die zu einem privaten Forsthaus führt und ist gut markiert. Der Wald wandelt sich vom Laub- in Mischwald, beginnt sich ab der Hälfte des Weges zu lichten und lässt die großartige Aussicht schon erahnen.

Durch den schattigen Wald aufwärts. Foto Veronika Schöll
Durch den schattigen Wald aufwärts. Foto Veronika Schöll

Ich passiere eine weitere Jagdhütte mit grandioser Aussicht auf den Traunsee – ab hier steilt der Pfad ordentlich auf – mit einigen kurzen Flachstücken dazwischen. Eine Quelle am Weg bietet willkommene Erfrischung. Durch Latschen und Gebüsch steige ich auf die Eibenberg Schneid.

Einfach nur schön! Foto Veronika Schöll
Einfach nur schön! Foto Veronika Schöll
Kleine Erfrischung. Foto Veronika Schöll
Kleine Erfrischung. Foto Veronika Schöll

Am Grat zum Gipfel

Ab hier beginnt nun der Genussteil der Strecke. Etwa vierzig Minuten sind es noch bis zum Gipfel. Der nun flachere Steig ist mit T3 beschrieben und und führt entlang des Grates weiter. Aufpassen muss man bei ein paar Stellen, die etwas ausgesetzt sind. Aber meistens ist es breit genug um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. „Stehen zu bleiben und zu schauen wäre sicher besser, als gehen und schauen gleichzeitig.“ (Selbstgespräch).

Auf der Eibenberg Schneid. Foto Veronika Schöll
Auf der Eibenberg Schneid. Foto Veronika Schöll

Aber schauen muss ich – und komme gar nicht mehr heraus aus dem Staunen. Rundherum steigen die Gebirgsgruppen und -Stöcke Oberösterreichs hoch: Totes Gebirge, Höllengebirge, Dachstein, Traunstein, Erlakogel, Hohe Schrott um nur einige zu nennen. Unten im Tal glitzern im Norden der Traunsee und im Süden der Offensee türkis, blau und dunkelgrün um die Wette. Muss ich nix mehr dazu sagen oder?

Auch das Gipfelkreuz (Titelbild) ist besonders: ein Bogen mit Köcher, der das Gipfelbuch verbirgt und zwei gemütliche Sessel mit Blick zum Offensee. Ich warte geduldig bis diese frei werden und genieße meine Jause dann erste Reihe fußfrei. Jede/r sollte hier mal gesessen haben.

Erste Reihe, fußfrei. Foto Veronika Schöll
Erste Reihe, fußfrei. Foto Veronika Schöll

Seinen Namen erhielt der Eibenberg durch die zahlreich vorkommenden Eiben, früher ein wertvolles und begehrtes Holz. Das Holz der Eibe wurde im Mittelalter zur Herstellung von mannhohen Bögen benötigt; weiters wurde damit Pfeilgift hergestellt. (Wikipedia)

Abstieg

Ich wähle den gleichen Weg für den Abstieg, obwohl ich auf der Karte auch noch eine andere Möglichkeit übers Gschliff und durch den Ebenseer Kalksteinbruch entdecke. Vorteil: Länger am Bergrücken oben. Nachteil: lange Forststraßen Passage und ich bin nicht sicher wie der Weg durch den Kalksteinbruch verläuft. Lass ich lieber.

Rückweg wie Hinweg, der andere Blickwinkel machts trotzdem spannend. Foto Veronika Schöll
Rückweg wie Hinweg, der andere Blickwinkel machts trotzdem spannend. Foto Veronika Schöll

Ich komme auch beim Abstieg über die Hiaslalm (nicht bewirtschaftet) Richtung Offensee vorbei. Bessere Planung und die Fahrt mit dem Salzkammergut Shuttle (muss reserviert werden) vom Bahnhof über die Offenseestraße bis zur Abzweigung Hiaslalm könnten aus dieser Wanderung eine Überschreitung machen. Dieser südseitige Aufstieg ist kürzer und steiler und ab der Hiaslalm etwas anspruchsvoller mit einigen schrofigen Passagen.

Alternativer auf- oder Abstieg über die Hiaslalm. Foto Veronika Schöll
Alternativer Auf- oder Abstieg über die Hiaslalm. Foto Veronika Schöll

Heute finde ich den gleichen Abstiegsweg überhaupt nicht langweilig. Ich labe mich an Brombeeren und Himbeeren, erfreue mich an den von der Natur komponierten Sommerblumenarrangements entlang des Wegs und genieße die Aussicht auf den Traunsee ohne mich wie im Aufstieg umdrehen zu müssen.

Später im Wald merke ich dann schon die Müdigkeit in meinen Beinen aufsteigen und visualisiere das Eis beim Giovanni beim Bahnhof bevor ich in den Zug steige. Schokolade oder Pistazie oder Topfen oder Heidelbeere oder Himbeere … und schon bin ich da!

Auch der Bergwald sieht im Abstieg anders aus. Foto Veronika Schöll
Auch der Bergwald sieht im Abstieg anders aus. Foto Veronika Schöll

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   7:00 Std Wandern   1.200 HM   1.200 HM   17 km   GPX Track

Ähnliche Beiträge

Ein Kommentar

  1. Ja in den OÖ Voralpen gibt es so manchen unscheinbaren Schatz zu entdecken… Danke für den schönen Tourenbericht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert