Im Mai war ich beruflich in Hamburg und habe anschließend zwei Tage lang die Lüneburger Heide erkundet. Die wunderschöne Landschaft beginnt im Sommer lila zu blühen und da ist eigentlich auch der ideale Zeitpunkt für eine Wanderung. Aber auch außerhalb der Blütezeit im Mai (oder im Herbst) ist diese zweitägige Tour eine schöne Urlaubsergänzung für den nächsten Städtetrip in den Norden. Mein Gepäck konnte ich in dem Hotel, in dem ich davor übernachtet hatte (Superbude St. Pauli), in einem Spind versperren und am zweiten Tag wieder abholen.
Bei der Planung habe ich mich am Heideschnuckenweg orientiert.
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Tag 1: Von Handeloh nach Wilsede
Mit der S-Bahn fahre ich, mit 1x umsteigen, nach Handeloh. Dort startet meine 21 Kilometer lange Tagesetappe. Es geht, wie im hohen Norden zu erwarten, recht flach dahin. Insgesamt werden nur 200 Höhenmeter nach oben und 130 Höhenmeter wieder runter zurückgelegt. Da ich häufig gleich mit dem Heideschnuckenweg gehe, ist der Pfad sehr gut markiert. Ab und an weiche ich davon ab, finde aber die Markierung immer wieder.

Anfangs geht es hauptsächlich durch den Wald und man kreuzt auch einen der beiden Naturalist*innenpfade Deutschlands – daher man begegnet eventuell auch nackten, wandernden Menschen. Ich wusste das davor nicht und war im Wald anfangs überrascht und habe nach der dritten Person vermutet, dass hier ein besonderer Pfad meine Wege kreuzt. Der Wanderweg führt mich bis nach Underloh, wo es auch Restaurants gibt und ich eine Pause einlege. Hier startet dann die eigentliche Heidelandschaft, wegen der ich gekommen bin. Bei dem Teich neben dem Hotel Heiderose führt der Pfad hinter dem Hotel vorbei – man wählt also den rechten Weg. Auf zum Teil sandigen Wegen geht man, ab und an Radfahrer*innen begegnend, bis nach Wilsede.

Der Weg ist wunderschön und im Mai wenig begangen. Ich bin fast immer alleine unterwegs.


Ich komme nach ca. 5 Stunden mit Pausen in Wilsede an und bin, da alleine unterwegs, doch recht schnell gewesen. In Wilsede übernachte ich für 50 Euro in einem Einzelzimmer mit Frühstück im Gasthaus zum Heidemuseum. Abendessen gibt es á la carte. Nach dem Abendessen spaziere ich noch zum Totengrund und genieße die Aussicht über den 30 Hektar großen Talkessel.
Tag 2: Von Wilsede zum Pietzmoor in Schneverdingen
Am nächsten Tag geht es, nach einem ausgiebigen Frühstück, weiter durch die Heide. Noch einmal 21 Kilometer und 130 Höhenmeter nach oben und 165 wieder runter trennen mich von meinem Ziel, dem Bahnhof Schneverdingen.
Ich gehe durch Wilsede durch und komme bald zu einem Aussichtspunkt über die Heide. Zur Heideblüte erstrahlt hier alles lila, soweit der Blick reicht. Aber auch im Mai ist es ein schöner Anblick. Es gibt wenig Bäume und ist heiß, daher verweile ich nicht lange.

Die Landschaft wechselt immer wieder zwischen Heide, Moor und Wald. Grundsätzlich gehe ich an diesem Tag quasi immer gerade aus und komme bei keinen Einkehrmöglichkeiten vorbei, wobei dies sicher möglich ist, wenn man den Weg etwas anders plant.


Man kann auf kürzerem Weg zum Bahnhof gelangen, aber ich möchte das Pietzmoor jedenfalls sehen. Es kostet keinen Eintritt und ist den kleinen Umweg jedenfalls wert.
Vom Moor ist es dann nicht mehr weit zum Bahnhof, wo ich wieder ca. 5 h nach meinem Start ankomme. Vom Bahnhof Schneverdingen fahre ich mit 1x umsteigen wieder zurück nach Hamburg und kann mich im Hotel noch einmal duschen. Danach spaziere ich noch durch Hamburg, kaufe mir mein Abendessen für den Nachtzug und fahre pünktlich zurück nach Wien.


Fazit
Die zweitägige Wanderung durch die Lüneburger Heide ist sehr schön und einfach zu bewältigen, da kaum Höhenmeter anfallen. Gepäcksschonend werden auch keine Wanderschuhe benötigt, es reichen komfortable Sneaker aus.



