1- oder 2-tägige Durchquerung der traumhaften Seenlandschaft der Lechtaler Alpen von Boden nach Gramais mit Übernachtung auf der Hanauer Hütte und Gipfelsieg auf der Kogelseespitze (2.647 Meter).
Mit Plan zum Berg – Personalisierte Fahrplanabfrage
Bei Anreise aus dem Inntal fährt man mit dem Bus 155 von Imst über das Hahntennjoch in Richtung Elmen und steigt bei der Haltestelle Pfafflar Boden Dorf aus. Die Heimreise zurück ins Inntal ist allerdings nicht optimal (siehe „Heimfahrt“). Deshalb würde ich diese Tour vorallem dann empfehlen, wenn man über Reutte anreist. In Reutte nimmt man den Bus 110 Richtung Lech und steigt bei der Haltestelle Elmen Gemeindeamt in den Bus 155 um. Die Tour ist theoretisch auch als Tagestour machbar, mit einem maximalen Öffi-Zeitfenster von etwa 6 Stunden (Anreise von Reutte) bzw. 7 Stunden (Anreise von Imst) ist dies aber nur ambitionierten und flotten Bergsportlern vorbehalten.
Aufstieg Hanauer Hütte
In Boden folgen wir der Beschilderung zur Hanauer Hütte. Wir wandern auf einer relativ flachen Forststraße taleinwärts bis zur Talstation der Materialseilbahn. Danach wird der Weg steiler und führt mit einigen Kehren 400 Höhenmeter aufwärts bis zur weithin sichtbaren Hütte. Klettersteigenthusiasten können den Hanauer Klettersteig als alternativen Aufstiegsweg benutzen, dafür benötigt man allerdings Klettersteigset und Helm.


Taleinwärts zur Hanauer Hütte; Im Fels verläuft der Hanauer Klettersteig. Fotos: Simon Widy


Blick auf die Hanauer Hütte; Der Wegweiser zeigt verschiedene Tourenmöglichkeiten. Fotos: Simon Widy
Von der Hanauer Hütte auf das Gufelseejoch
Am nächsten Tag folgen wir dem Weg Richtung Gufelseejoch/Kogelseespitze. Die beeindruckende Landschaft zeigt sich in der Morgensonne von ihrer besten Seite.


Im glatten Wasser des Unteren Parzinnsees spiegeln sich die schroffen Gipfel der Lechtaler Alpen. Fotos: Simon Widy
Unterhalb des Gufelseejochs befindet sich ein kurzes, seilversichertes Wegstück (T3), welches aber keine große Herausforderung darstellt.

Abstecher auf die Kogelseespitze
Der Weiterweg vom Gufelseejoch zur Kogelseespitze ist weniger anspruchsvoll (T2) und man erreicht flott den 2.647 Meter hohen Gipfel. Der Abstecher auf den Gipfel lohnt sich aufgrund des Panoramas allemal. Nach einer kurzen Pause geht es auf selbem Weg bergab bis zum Gufelseejoch.

Vom Gufelseejoch nach Gramais
Wieder zurück am Gufelseejoch steigen wir Richtung Gramais ab. Der Blick auf den tiefblauen Gufelsee und die saftig grünen Wiesen als Kontrast zu den steilen Gipfeln und hell leuchtenden Altschneefeldern wirkt fast unrealistisch.


Der Gufelsee. Fotos: Simon Widy
Auf sanften Wegen wandern wir durch die Traumlandschaft der Hinteren Gufelalpe und können die Natur in vollen Zügen genießen.


Alpine Flora und Fauna. Fotos: Simon Widy
Nach der Hinteren Gufelalpe folgt eine stellenweise ausgesetzte Querung zur Vorderen Gufelalpe. Die Tiefblicke lassen einen anstrengenden weiteren Abstieg erahnen.

Bei der nächsten Abzweigung gehen wir durch Latschen weiter Richtung Gramais. Der Steig führt über 500 Höhenmeter steil bergab und erfordert Konzentration und fitte Knie.

Am Talboden angekommen sind auch die Schwierigkeiten zu Ende. Gemütlich geht es die letzten 3,5 Kilometer dem Bachlauf folgend bis zum idyllischen Bergdorf Gramais.


Talauswärts entlang eines Baches bis Gramais. Fotos: Simon Widy
Heimfahrt
In Gramais gibt es leider nur einen in Frage kommenden Bus zur Heimfahrt. Dieser fährt um 15:15 Uhr. Bei der Haltestelle Häselgehr Gemeindeamt steigt man in den Bus 110 Richtung Reutte um. Wenn die Heimreise über Reutte stattfindet, sitzt man bereits im richtigen Bus. Eine Heimreise ins Inntal ist leider nicht so leichtgängig. Man kann in Elmen zwar in den Bus 155 zurück nach Imst umsteigen, dieser fährt aber erst eineinhalb Stunden später. Die Wartezeit könnte man bei einer Einkehr im Gasthof Kaiserkrone in Elmen überbrücken.
Durch glückliche Zufälle ergab sich für mich eine andere Variante: Ich war bereits 2 Stunden vor geplanter Busabfahrt in Gramais und habe daraufhin Wanderer auf dem ohnehin vollen Parkplatz gefragt, ob sie mich mitnehmen würden. Kurze Zeit später saß ich bei zwei netten Reuttenern im Auto und wurde nach Elmen gebracht. Hier habe ich bereits den früheren 155er um 13:52 erreicht und war 2 Stunden später zurück in Innsbruck. Ich habe beim Autostoppen auf Wanderparkplätzen immer nur gute Erfahrungen gemacht, ob man diese planungsunsichere Heimreisevariante in Kauf nehmen mag, muss aber jeder für sich entscheiden.
