Eine einsame Wanderung durch schöne, schattige Wälder und bäuerliche Kulturlandschaft. Als Überschreitung angelegt beginnt sie am Bahnhof Scheifling, führt hinauf aufs Weißeck und weiter nach Unzmarkt zum Bahnhof. Wer sich selber mit einer Jause und Getränken versorgt, kann ein Gipfelpicknick mit Blick ins Murtal, zum Zirbitzkogel und in die Seckauer Alpen genießen. Einkehr gibt es leider keine unterwegs.
Von Scheifling aufwärts Richtung Weißeck
Schon aus dem Zug entdecke ich den gelben Wegweiser zum Weißeck kurz vor dem Bahnhof Scheifling, wo ich aussteige. Die Bahnhofstraße entlang zu diesem Wegweiser. Ich überquere die Schienen und wandere auf der schmalen Asphaltstraße Richtung Wald.

Nach etwa zwanzig Minuten könnte hier für Familien schon Schluss mit Wandern sein: Es gibt auf einem großen Gehöft einen Tierpark mit vielen tierischen Hofbewohnern: den Tierpark und Erlebnisbauernhof Scheifling.
Nach dem Gelände des Tierparks biege ich nach rechts auf eine Forststraße ab und dann nach links auf den Wanderweg 311 – bis jetzt gut markiert und noch ein gutes Stück Forststraße.

Ich treffe auf eine weitere Forststraße aus Freßnach. Hier bitte aufpassen sonst landet man wie ich in Freßnach. Wer sich den Umweg sparen will, biegt lieber links auf den Almbauernweg – nun mit der Wegnummer 311A markiert – ab. Bald lasse ich das Gewirr an Forststraßen hinter mir. Und noch einmal gilt es aufmerksam zu sein und nach einer Rechtskehre nach einem rot-weißen Richtungspfeil Ausschau zu halten. Dieser ist ein wenig versteckt im üppigen Grün und führt mich auf ein Waldsteiglein.

Auf dem schmalen Pfad durch wunderschöne Wälder und über aussichtsreiche Almen inklusive Weidevieh auf den Gipfel des Weißecks. Die Steigung war bis jetzt moderat, nur der Gipfel Auf- und Abstieg ist richtig steil.

Gut geschwitzt und oben angekommen ist es Zeit für eine Pause in der Sonne. Erstaunlich – der Blick nach Südwesten ist frei und ich entdecke die teilweise vergletscherten Gipfel der Hohen Tauern in der Ferne.


Abschied vom Weißeck und Abstieg über Garges
Der Abstiegsweg nach Unzmarkt ist am Gipfel schon angeschrieben. Ich gelange zu einer weiteren Alm mit vielen Rindern. Hier steht die private Weißeckhütte, von der man auch nach St. Georgen ob Judenburg direkt oder über den Schafkogel – Achtung dann wirds wirklich richtig weit – wandern könnte.

Ich bleibe bei Unzmarkt und weiche den behornten Wegelagerern auf der Alm aus. Dabei übersehe ich die Abzweigung zur Abstiegsvariante, die Peter Backé in seinem Tourenbeitrag beschrieben hat und bleibe deshalb vorerst auf dem Almweg Richtung Garges.

Es bietet sich noch eine zweite Möglichkeit an, „Peters Weg“ zu erreichen und über den Unzberg nach Unzmarkt zu wandern. Doch da steht bei der Abzweigung ein recht massiver Stier, der die Aufgabe, seine weiblich Entourage gut zu bewachen, sicher ernst nimmt. Respektiere ich. So bleibt mir die Almstraße über Garges, vorbei an einigen großen Bio-Bauernhöfen runter nach Unzmarkt.

Trotz der schönen Aussicht zieht es sich schon ein wenig. Kurze Zeit lenkt mich die glitzernde Straße aber ab. Der ganze Berg scheint aus Glimmer zu bestehen.


Durstig komme ich zuerst in Ebring und dann in Unzmarkt an und weil ich noch ein wenig Zeit habe, wandere ich durch den hübschen Markt in der Hoffnung auf eine gastliche Stätte. Am Sonntag leider vergeblich. Das Bahnhofbeisl rettet mich. Bei einem öffi-konformen Getränk (o-Ton Peter Backé) warte ich auf meinen Zug.

Tourdaten
Fazit
Ich bin ein wenig verliebt ins Murtal, da gibt es noch so viel zu entdecken, abseits der großen Touristenströme.





