Der Haneggkogel (1.089 Meter, mancherorts auch mit 1.088 Meter angegeben): Ein klassisches Wanderziel im Grazer Bergland für die Randsaison im Herbst, Winter und Frühjahr, wenn auf den höheren Bergen schon oder noch Schnee liegt. Ein moderates Ziel für eine mittellange, aber nicht sehr anstrengende Tour.
Besonders zu Beginn meines Öffi-Wanderns in der Steiermark waren die Wanderfolder der Verbundlinie, erstellt vom legendären Auferbauer-Ehepaar, eine große Hilfe und Vorlage für viele meiner Touren. Bis heute stellen sie für mich dank ihrer tollen Beschreibungen, Karten und zumeist vorliegenden GPX-Dateien insbesondere für einfachere Touren unweit von Graz eine solide Grundlage dar.
Eine dieser Touren stellt eine Wanderung über den Haneggkogel ausgehend von Frohnleiten dar, mit einem langen Abstieg nach Deutschfeistritz und von dort zum Bahnhof in Peggau weiterleitend.
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An diesem wunderschönen Sonntag im November steige ich in die S1 von Graz Richtung Bruck an der Mur ein, noch schwankend im Ziel zwischen Rennfeld und Haneggkogel. Während das steilere und körperlich anspruchsvollere Rennfeld ein recht häufig von mir gewähltes Ziel ist, greife ich auf den Haneggkogel seltener zurück. Dieses Mal jedoch zieht es mich dorthin. Und erst während meiner langen Gipfelrast entscheide ich mich, nicht die „ursprüngliche“ und von mir bisher immer gegangene Route der Verbundlinie-Tour zu gehen, sondern neue Wege zu beschreiten.

Ich steige am Bahnhof in Frohnleiten aus und muss zuerst geradeaus in Richtung Stadtkern gehen, biege aber rasch ab und spaziere den beginnenden Wanderweg entlang der Murpromenade gen Westen. Überrascht bin ich darüber, dass die wenigen Leute, die dieses Sonntagsvormittags draußen unterwegs sind, so freundlich grüßen. Ich grüße zurück, und zusammen mit dem mit blitzblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein glänzenden Kaiserwetter garantiert es einen wandervollen Start. Zunächst muss ich in die nahegelegene Ortschaft Adriach, aber der Weg dorthin stört nicht im Mindesten, da mich Frohnleiten als malerisches Städtchen jedes Mal aufs Neue entzückt.


Von Adriach führt der Weg 532 nach der Kirche dann in den Wald aufwärts. Gleich zu Beginn gibt es die Möglichkeit einen unmarkierten Weg als Abkürzung gegenüber der offiziell markierten Forststraße zu nützen. Diese nehme ich meistens, so auch diesmal, wahr. Später gelangt man zu einer Weggabelung, wo man zwischen zwei unterschiedlichen Alternativen wählen kann. Die eine, die ich bisher noch nie gewählt habe, nennt sich ‚Panoramaweg‘ und ist etwas länger, schenkt einem aber einen kurzen tollen Ausblick auf Frohnleiten und seinen dahinterliegenden „Hausberg“, den Gschwendtberg.



Bald gelangt man zum Jöllersattel. Von hier sind es noch 2,3 Kilometer bis zum Gipfel des Haneggkogel. Der Weg geht gemütlich weiter und man kommt an der Abzweigung nach Zitoll, also der Weg Richtung Deutschfeistritz, vorbei, die ich an diesem Tag links liegen lasse. Erst kurz vor Erreichen des Gipfels wird es deutlich steiler und man kann den Weg direkt über Trittspuren fortsetzen, was insbesondere bei (leichter) Schneelage und Nässe den Anstieg deutlich erleichtert.



Der Gipfel wirkt mit mehreren Bankerln wie ein Treffpunkt zum Verweilen für Gruppen. Hier kann man gerade weitergehen und erreicht dann Schenkenberg und das Gasthaus Ebenwirt. Von dort führt ein Weg nach Übelbach – eine Wanderung, die ich gern ein anderes Mal machen möchte. Wenn man hier nicht einkehrt oder weitergeht, hat die Schleife, die man gehen kann, aber bloß den „Sinn“, die zurückgelegte Wegstrecke etwas zu verlängern.



Wenn man beim Haneggkogel nicht den gleichen Weg wieder hinuntergeht, sondern nach links dreht, kann man einen unmarkierten und nicht ausgeschilderten Weg nach Frohnleiten gehen, der für mich neu ist. Zwar sind über weite Teile des Weges, der zuerst den Hang hinunterführt, eine Wegführung bzw. Wegspuren zu erkennen, aber nicht durchgehend, weshalb sich die Verwendung von GPS dringend empfiehlt. Der Weg führt bei einer kleineren Erhebung namens Zinken (966 Meter) vorbei, dessen Gipfel mitten im Wald liegt und nicht sonderlich attraktiv ist. Geht man den Weg weiter, kann man Richtung Antonienhöhe gegen Ende über einen beschaulichen Bergrücken hinunterwandern, um bald wieder in der „Zivilsation“ von Frohnleiten anzukommen.





Obwohl dieser Weg nicht „offiziell“ ist, ist er sehr gut zu begehen und führt angenehm wenig über Forststraßen. Ich denke, dass ich diesen Weg daher nicht zum letzten Mal gegangen sein und diesen beim nächsten Mal eventuell zum Aufstieg benutzen werde. Im Gegensatz zum Weg über Adriach muss ich nun durch den Ortskern und den Hauptplatz von Frohnleiten queren um wieder zurück zum Bahnhof zu kommen. Für alle, die Frohnleiten noch nicht kennen, bietet sich dies also auch für einen Ortsbummel und eventuell eine kulinarische Einkehr an.


