Karwendel Höhenweg

Foto: Hansi Heckmair

Sechs Tage zu Fuß im größten Naturpark Österreichs unterwegs sein ist weit mehr als nur um die 70 Kilometer und 9.000 Höhenmeter in den österreichischen Alpen hinter sich zu bringen. Der Karwendel Höhenweg bedeutet schlichtweg das Karwendel von den Tallagen bis in die Gipfelregionen in einer sehr anspruchsvollen Mehrtagestour zu entdecken, auf fünf ausgezeichneten Hütten zu übernachten und bei jedem aufmerksamen Schritt die alpine Bergnatur in Tirol kennen zu lernen. Es handelt sich dabei um einen Bergweg in der Kategorie schwarz. Auf der 5. Etappe sind zudem leichte Klettersteigpassagen der Stufe A/B zu finden, falls der Große Bettelwurf bestiegen wird.

Der Karwendel Höhenweg ist ein alpines Unterfangen, bitte bereite dich entsprechend gut vor und lege vor allem viel Augenmerk auf die Wetter -und Schneesituation, Juli und August sind die besten Monate für diese Tour. Die Hütten haben meist – abhängig von der Witterung – von Mitte Juni bis Mitte September geöffnet.

Sina, Naturpark Karwendel

Der nachfolgende Routenverlauf ist die klassische Variante, welche in Reith bei Seefeld beginnt und in Scharnitz endet.

Verbindungen mit Bahn und Bus von Bad Endorf

Wir empfehlen von Bad Endorf diese Verbindungen für die Hin- und Rückfahrten zur Tour:

Mi. 24. Jul. 2024

Bad Endorf
Reith b. S. Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof

Do. 25. Jul. 2024

Bad Endorf
Reith b. S. Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof

Fr. 26. Jul. 2024

Bad Endorf
Reith b. S. Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof

Sa. 27. Jul. 2024

Bad Endorf
Reith b. S. Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof

So. 28. Jul. 2024

Bad Endorf
Reith b. S. Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof

Mo. 29. Jul. 2024

Bad Endorf
Reith b. S. Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof

Di. 30. Jul. 2024

Bad Endorf
Reith b. S. Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Scharnitz Bahnhof
Lizenzhinweise

Etappe 1: Reith bei Seefeld – Nördlinger Hütte

Reith erreicht man bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und startet die erste Etappentour direkt am Bahnhof. Anschließend folgt man der Straße Richtung Norden. Die Römerstraße überquerend wandert man auf dem Panoramaweg weiter Richtung Norden bis dieser in einer Kehre nach Süden abzweigt. Man folgt dem Panoramaweg bis man Richtung Norden in den Steig 211 abbiegt. Kurze Zeit später zweigt dieser rechts ab und führt in Serpentinen zum Schartlehnerhaus (1.856 Meter). Dort angelangt führt der Steig über den Latschenrücken des sogenannten „Schoaßgrates“ anfangs in Serpentinen, anschließend weniger kurvig, das letzte Stück hinauf zur Nördlinger Hütte (2.239 Meter).

Fotos: Bizcomburnz – craft film

Variante:
Der Ausgangspunkt ist die Talstation der Bergbahnen Rosshütte in Seefeld. Man nimmt die Standseilbahn zur Rosshütte (1.751 Meter) und fährt weiter mit der Härmelekopfbahn zum Startpunkt der Wanderung. Von hier geht es entweder direkt über den Kuntersteig zur Nördlinger Hütte (Variante 1) oder steil und ausgesetzt über den Härmelekopf und die Reither Spitze zur Nördlinger Hütte (Variante 2).

Etappe 2: Nördlinger Hütte – Solsteinhaus

Zunächst startet man von der Nördlinger Hütte Richtung Osten, folgt jedoch bald dem Wegverlauf nach Norden unterhalb der Ostabbrüche der Reither Spitze und später dem Wegverlauf Richtung Osten zum Ursprungsattel (2.087 Meter). Hier nicht Richtung Freiungstürme halten, sondern dem nach Nordosten absteigenden Weg folgen. Am Breiten Sattel (1.794 Meter) zweigt man nach rechts auf Steig 74 zur Eppzirler Scharte ab. Nachdem das große Geröllfeld des Kuhljochs durchquert und wenige Serpentinen Anstieg hinter sich gebracht wurden, erreicht man die Eppzirler Scharte (2.102 Meter). Ab hier geht es etwa 200 Höhenmeter, das mit Kalkschotter gefüllte Höllkar, hinab (Steig 212) und anschließend den Steig 211/212, in wiederkehrendem Auf und Ab, zum Solsteinhaus.

Foto: Bizcomburnz - craft film
Foto: Bizcomburnz – craft film

Fotos: Bizcomburnz – craft film

Etappe 3: Solsteinhaus – Pfeishütte

Die dritte und am längsten dauernde Etappe des Karwendel Höhenwegs führt die BergsteigerInnen über den Gipfelstürmerweg und den Goetheweg vom Solsteinhaus zur Pfeishütte. Der starke Kontrast zwischen dem wilden und schroffen Karwendelmassiv und dem besiedelten Inntal wird hier sehr deutlich. Da es sich um eine sehr lange und anspruchsvolle Etappe handelt, sollte man sich wohl überlegen, ob man sich eine Pause in der zauberhaften Stadt Innsbruck gönnt. Die Landeshauptstadt Tirols punktet mit einer einmaligen alpin-urbanen Mischung aus Berg und Tal sowie Stadt und Natur. Weltweit einzigartig, erreicht man vom Bergrestaurant Seegrube die Stadt mit dem Goldenen Dachl in 20 Minuten.

Vom Solsteinhaus geht es zunächst auf Steig 213 hinab Richtung Möslalm. An der Abzweigung in der „Wilden Iss“ folgt man dem Gipfelstürmerweg (215) Richtung Osten an der Jagdhütte in der Wilden Iss vorbei. In Serpentinen führt der Steig über einen grünen mit Bäumen und Latschen bewachsenen Rücken hinauf bis zum sogenannten „Hippen“. Nach einem kurzen Abstieg geht es nun 200 Höhenmeter über eine steile Schottergeröllhalde und über seilversicherte Passagen hinauf zum Frau Hitt Sattel, der sich westlich der markanten Felsnadel der Frau Hitt befindet. Sie soll laut einer Sage eine Frau auf einem Pferd darstellen.

Achtung! Bis in den Frühsommer hinein kann im Frau Hitt Kar mitunter sehr viel Altschnee liegen, der in den Morgenstunden pickelhart ist (Absturzgefahr! Snowline Spikes und Stöcke bieten einen optimalen Schutz).

Beim Abstieg des Frau Hitt Sattels bedarf es nun nocheinmal höchster Konzentration! Anfangs steil absteigend, folgt man rechter Hand dem Weg 215 Richtung Höttinger Alm, weiter über herrliche Bergwiesen zum Restaurant Seegrube (1.906 Meter). Nach einer ausgiebigen Rast wandert man von der Seegrube auf dem Steig 216 hinauf zum Hafelekarhaus (2.269 Meter). Wer sich die 363 Höhenmeter vom Restaurant Seegrube auf das Hafelekarhaus sparen möchte, kann hierfür die Hafelekarbahn nutzen (Achtung Betriebszeiten!).

Achtung! Der Innsbrucker Klettersteig ist zeitlich nicht mit Etappe 3 machbar!!

Vom Hafelekar geht südlich unterhalb der Hafelekarspitze den Goetheweg (219) weiter zur Pfeishütte. Zunächst folgt man dem Pfad und gelangt ohne größere Höhenunterschiede über das Gleirschjöchl zur Mühlkarscharte. Währenddessen genießt man atemberaubende Ausblicke auf die Alpenstadt Innsbruck und ins Inntal. Ab der Mühlkarscharte wechselt der Weg auf die Nordseite der Nordkette und beschert einem weitreichende Blicke ins schroffe Karwendelgebirge. Der Weg führt in Serpentinen auf die Mandlscharte (2.314 Meter) und von dort aus hinunter in die Pfeis. Nach einem letzten Wegstück durch viele Latschen hindurch, erreicht man die Pfeishütte und damit das Ziel der dritten Etappe des Karwendel Höhenwegs.

Foto: Bizcomburnz - craft film
Foto: Bizcomburnz – craft film

Fotos: Bizcomburnz – craft film

Fotos: Bizcomburnz – craft film

Notfalltipp:
Da es sich hier um eine sehr lange und anspruchsvolle Etappe handelt, kann in Notfällen (!) auf der Höttinger Alm übernachtet werden. Hierfür geht es vom Frau Hitt Sattel aus nicht Richtung Seegrube, sondern auf dem Weg 215 Richtung Höttinger Alm.

Alternative mit Zwischenstopp in Innsbruck :
Da die Etappe, wie oben schon erwähnt, sehr lange ist, empfehlen wir eine Pause mit Übernachtung in der einzigartigen Stadt Innsbruck. Hierfür fährt man von der Seegrube aus mit der Nordkettenbahn  hinab zur Hungerburg, einmal umsteigen, und dann weiter Richtung Innenstadt. Die Fahrt dauert circa 20 Minuten. Am nächsten Tag geht es mit der Bahn von Innsbruck aus ganz hinauf auf das Hafelekar und von hier aus setzt man die 3. Etappe wie oben beschrieben fort. Wer möchte kann einen kurzen Gipfelabstecher auf die Hafelekarspitze einbauen (+30 Minuten).

Etappe 4: Pfeishütte – Bettelwurfhütte

Man startet bei der Pfeishütte und folgt dem Steig 221 (= Via Alpina) in östliche Richtung mit einer leichten Steigung zum Stempeljoch, welches sich zwischen Pfeiser Spitze und der Kleinen Stempeljochspitze befindet. Auf einer Höhe von 2215 Metern hat man das Joch zwischen Pfeiser Spitze und Stempeljochspitze erreicht. Ab hier führt der Steig nun steil über eine Schotterreise hinab.

Achtung! Bis spät in den Sommer liegt in der Stempelreise zum Teil sehr viel Altschnee, der am frühen Morgen sehr hart gefroren sein kann (Absturzgefahr: Snowline Spikes und Stöcke bieten einen optimalen Schutz)!

Nach etwa 140 Höhenmetern Abstieg zweigt man linker Hand in den Wilde-Bande-Steig ein. Auch auf diesem Übergang liegen häufig große Altschneefelder (Alternativer Anstieg siehe unten). Zunächst geht es unter den Ost- und Südflanken der Stempeljochspitzen, des Roßkopfes sowie des Großen und Kleinen Lafatschers annähernd höhenlinienparallel in leichtem Auf und Ab Richtung Lafatscher Joch. Vor dem Lafatscher Joch (2.081 Meter) steigt man noch einmal etwa 80 hm hinauf. Ab hier verläuft der Steig 222 (= Via Alpina) leicht ansteigend Richtung Osten durch das Kleine und Große Speckkar. Die letzten Meter zur Bettelwurfhütte legt man zurück, während man die weitreichenden Blicke ins Halltal und ins Inntal genießt. Wie ein Adlerhorst thront die Hütte an der Südflanke des Kleinen Bettelwurfs.

Fotos: Bizcomburnz – craft film

Fotos: Bizcomburnz – craft film

Alternativer Anstieg:
Am Übergang von der Stempeljochreise zum Wilde Bande Steig liegen oft bis lange in den Sommer hinein große Schneefelder. Um diese Schneefelder zu umgehen, kann man alternativ von der Stempeljochreise weiter Richtung Osten absteigen, bis man zum sogenannten Issanger (1.626 Meter) gelangt. Am Schilderbaum führt der Weg dann Richtung Norden hinauf auf das Lafatscher Joch.

Etappe 5: Bettelwurfhütte – Hallerangerhaus

Nach einer Nacht auf der Bettelwurfhütte, dem Adlerhorst des Karwendels, geht es für alle konditionsstarken BergsteigerInnen, die sich fit fühlen und über das nötige körperliche und technische Rüstzeug verfügen, optional auf den Großen Bettelwurf. Zuerst geht man ostwärts, gut ausgeschildert, in den Graben, wo der Steig aus dem Halltal heraufführt und dann weiter ansteigend südostwärts zum „Eisengattergrat“, dem Südrücken des Großen Bettelwurfs. Von hier aus hält man sich nördlich, stetig am Eisengattergrat bergan, Richtung Gipfel bis zum Felsansatz und den ersten drahtseilversicherten Passagen. Die folgende, teilweise versicherte und teils in leichter Kletterei (I) zu überwindende Steiganlage in gut griffigem Kalkgestein, führt nun meist rechts einer schräg herabziehenden Rinne bis zum Gipfelgrat und überwindet dabei einige teils ausgesetzte Felsbänder. Eine Klettersteigausrüstung samt Helm wird hierfür ausdrücklich empfohlen. Nach oben hin wird der Steig etwas steiler. Kurz unterhalb des Gipfelgrates teilt sich der Steig, wobei der von unten gesehen linke Steig leichter zu begehen ist. Am Gipfelgrat hält man sich nach Osten und gelangt über ein schmaleres, nach beiden Seiten ausgesetztes Gratstück, bis zum Gipfelkreuz. Vom Gipfel geht es auf gleichem Weg wieder retour zur Bettelwurfhütte.

Wer den Großen Bettelwurf nicht besteigt, nützt die Zeit einstweilen gemütlich auf der Bettelwurfhütte zum Ausrasten und Entspannen. Von der Hütte aus geht es dann für alle auf Steig 222 etwas bergauf und bergab zurück zum Lafatscher Joch (2.081 Meter). Dort zweigt man in nördlicher Richtung auf den Steig 223 ab. Dieser Weg ist auch ein Teil des berühmten Weitwanderweges „Adlerweg“, ein herrlicher Weitwanderweg durch ganz Tirol. Zwischen Lafatscher, Roßkopf und Speckkarspitze hindurch, führt die Wanderung nun stets in nördlicher Richtung bergab in das weite, mit Schotterfeldern durchzogene Kar. Bald erreicht man den sogenannten Durchschlag, der einst als Verbindung zwischen Halleranger und Halltal herausgesprengt wurde. Einige Kehren führen durch ein Schotterfeld hinab und schließlich durch einen schönen Wald zum Hallerangerhaus im Herzen des Karwendels.

Foto: Bizcomburnz - craft film
Foto: Bizcomburnz – craft film

Fotos: Bizcomburnz – craft film

Foto: Hausberger
Foto: Hausberger

Etappe 6: Hallerangerhaus – Scharnitz

Die sechste Etappe des Karwendel Höhenwegs ist der Abstieg vom Hallerangerhaus über das Hinterautal nach Scharnitz. Nach dem Besuch auf dem Hallerangerhaus folgt man dem Weg 224 Richtung Westen. Man passiert die Kohleralm und kommt bald zum Lafatscher Niederleger. Nun geht es etwas steiler den Fahrweg entlang hinunter bis ins Hinterautal. Die Kastenalm ist an der markierten Weggabelung durch einen kurzen Abstecher zu erreichen. Von hier aus wandert man immer der Fahrstraße entlang talauswärts, vorbei am Isarursprung. Leicht ansteigend geht es hinauf auf die Gleirschhöhe (1.069 Meter) und anschließend wieder gemächlich absteigend vorbei an der Wiesenhof Lodge, bis man schließlich die Isarbrücke und in weiterer Folge Scharnitz erreicht.

Fotos: Bizcomburnz – craft film

Foto: Hölscher
Foto: Hölscher
Foto: Pilloni
Foto: Pilloni

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   6 Tage Wandern   4.400 HM   4.600 HM   67 km   GPX Track

Ein Kommentar

  1. Derzeit ist der Karwendel Höhenweg aufgrund der Schneelage noch nicht gut machbar und auch die Öffnungszeiten einiger Hütten haben sich nach hinten verschoben. Die Pfeishütte öffnet voraussichtlich erst am 15.Juni. Aktuelle Informationen sind auch unter http://www.karwendel-hoehenweg.at zu finden

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