Schon mit dem Intercity-Bus Graz – Klagenfurt ist sich ein Besuch der Petzen (slowenisch Peca) und damit des östlichsten Südalpen-Zweitausenders mit Öffis von Graz ausgegangen; die Koralmbahn ermöglicht inzwischen eine noch geschmeidigere Annäherung. Und da sich mein Blick aus dem Zugfenster zur Petzen während meiner zahlreichen Koralmbahnfahrten schon zu einem Ritual entwickelt hat, wurde es für mich Zeit, diesen kleinen, aber feinen Bergstock im Osten der Karawanken wieder einmal zu besuchen.
Mit Plan zum Berg – Personalisierte Fahrplanabfrage
Vorerst ging’s mit der Koralmbahn (Umstieg in St. Paul im Lavanttal) zur Bahnstation Bleiburg Stadt/Pliberk mesto, einer der wenigen zweisprachigen Bahnhofsnamen im ÖBB-Netz.
Die kurze Wartezeit bis zum Rad-Wanderbus „Petzensprinter“ nutzte ich für einen Spaziergang ins reizende Stadtzentrum der Unterkärntner Grenzstadt, dann brachte mich der Bus zur Haltestelle „Petzenbahn Talstation“, von wo in ein paar Minuten Fußmarsch die eigentliche Talstation erreicht wird.
Start bei der Petzenbahn Bergstation
Nach dem Aufigondeln besuchte ich für ein Startgetränk das neue „Panoramarestaurant oben“, dann wanderte ich los, und zwar vorerst entlang des Wanderweges auf der Piste bis zur Wegkreuzung mit Rastplatz auf 1900 m. Ab dort wählte ich den Kordeschkopf-Steig, über den es an ein paar hübschen Aussichtspunkten vorbei zum Kniepssattel / Knepsovo sedlo ging.

Nun überschritt ich die Grenze und folgte dem reizenden Steig übers Plateau Richtung „VRH“.

Am höchsten Punkt
Eine genussvolle halbe Stunde später erreichte ich den vrh, also den Gipfel des Kordeschkopfs bzw. der Kordeževa glava, mit 2.126 Meter der höchste Punkt der Petzen /Peca, von dem sich trotz Dunst ein umfassendes Panorama präsentierte.



Für meinen Weiterweg nutzte ich den Steig weiter Richtung Osten bzw. Südosten, vorerst zu einem flachen Sattel mit einer Wegkreuzung mit zwei Wegweisern zum Schutzhaus „Dom na Peci“. Auf den rechten der beiden Wege, einen leichten Klettersteig (A/B), verzichtete ich im Abstieg gerne und folgte daher dem linken Steig, der größtenteils durch Latschen und erst zum Schluss durch Hochwald bergab zu einem Wiesensattel führt. Ein letztes Mal an diesem Tag konnte ich noch einen Blick zur imposanten Bergwelt der „Steiner Alpen“ würdigen …

Abstieg mit Stärkungen
Vom Sattel stieg ich in wenigen Minuten – zum Schluss sogar über eine versicherte Treppe – zum stattlichen Dom na Peci des PZS – Planinska zveza Slovenije (Slowenischer Alpenverein – etwas salopp übersetzt), in dem ich freilich einkehrte und mich mit Speis und Trank stärkte.

Gleich vor der Hütte wandte ich mich für den Abstieg nach links (nordwärts) und es ging flott bergab Richtung Mitnek und Črna. Nach der Forststraßenquerung taucht links die unbewirtschaftete Tomaževa-Minotova koča auf. In den Steig, der rechts unter dem Rastplatz beginnt, fädelte ich ein (dort auch Wegweiser, der mein nächstes Ziel nannte: Pikovo) und wanderte vorerst entlang des Kammes, dann steil links bergab. Etwas später erreichte ich durch flacheres Gelände die Wiese beim schön gelegenen Gehöft Najbrž.
Ab dem Hof trottete ich entlang der Straße durch die Ferienhaussiedlung von Podpeca zur Straßenkreuzung beim Gehöft Mitnek, im Graben des Helenski potok gelegen. Ein paar Meter talauswärts wandte ich mich nach links und strebte entlang der Straße durch eine schöne Kulturlandschaft hinauf zur Kirche Sveta Helena, neben der auch die Koča na Pikovem (von Donnerstag bis Sonntag bewirtschaftet) situiert ist.


Diesen Stützpunkt des PZS nutzte ich erneut für eine Stärkung, ehe ich den finalen Abstieg ins Tal der Meža (Mieß) antrat. Zwischen Kirche und Hütte beginnt der gut markierte Steig, entlang dem ich rasch talwärts rannte. Nach dem Motnik-Hof trabte ich entlang des Straßerls in wenigen Minuten hinaus zur Hauptstraße, wo auch die Bus-Haltestelle Mušenik situiert ist. Ich schritt allerdings nach rechts ein wenig Richtung Ortszentrum von Črna na Koroškem. Bei der Haltestelle Rudarjevo – gegenüber des Nahversorgers „Mercator“ – endete meine Wanderung, und ich fuhr mit dem Linienbus heimwärts.
Rückreise
Diesen Bus nutzte ich nur bis Poljana, an der Straßenkreuzung Richtung Österreich gelegen. Ab dort ging’s mit dem von 1. Juli bis 31. August 2026 fünfmal täglich verkehrenden „Geopark Karawanken Bus“ zum Bahnhof Bleiburg/Pliberk, um dann mit der Koralmbahn wieder nach Graz zu reisen.

Fazit
Großzügige Bergwanderung über die Petzen ins benachbarte Slowenien; für mich immer wieder ein besonderes und feines Erlebnis!



