Über die Hügel des Piestingtals

Foto: Barbara Wanzenböck

Von Oberpiesting nach Wöllersdorf

Wunderschöne ausgiebige Streckenwanderung über die Hügelrücken südlich des Piestingtals. Die abwechslungsreiche Strecke bietet schöne Waldwege, romantische kleine Bachläufe und zum Schluss sogar ein paar Felsen. Für (Über)mütige gibt es auch eine spektakuläre Ruine zu besichtigen.

Haltestelle Oberpiesting. Foto: Barbara Wanzenböck
Haltestelle Oberpiesting. Foto: Barbara Wanzenböck

Eigentlich wollte ich ja auf den Semmering fahren, habe aber den Fehler gemacht, die Bahnverbindung nicht tagesaktuell zu checken. Da es seit 14. März nur eingeschränkten Betrieb gibt, fällt meine gewünschte Verbindung aus. Zum Glück habe ich auf der Fahrt nach Wiener Neustadt genügend Zeit, um mir eine Alternative zu überlegen und so lande ich im Piestingtal. Ich starte bei der Haltestelle „Oberpiesting“ und gehe die Starhemberggasse in Richtung Süden bis zu ihrem Ende an der Bundesstraße.

Erste Farbtupfer im Wald. Foto: Barbara Wanzenböck
Erste Farbtupfer im Wald. Foto: Barbara Wanzenböck

Mit ein bisschen Herzklopfen überquere ich die stark befahrene Straße und biege gleich rechts auf das rot markierte Waldwegerl ein. Achtung: der Einstieg versteckt sich hinter einem Wildzaun, den man aber mit ein paar Schritten umgehen kann. Das Wegerl ist sehr nett und das Meer der Leberblümchen lenkt mich ab von dem noch hörbaren Straßenlärm.

Romantischer Schindergraben. Foto: Barbara Wanzenböck
Romantischer Schindergraben. Foto: Barbara Wanzenböck

Sobald man den Schindergraben mit seinem netten kleinen Bacherl erreicht hat, verschwindet der Lärm. Der Weg folgt jetzt nicht mehr der roten Markierung, sondern führt nach links immer dem Bach entlang und ist gelb beschildert als „Weg um den Burgberg“.

Vorbei an einem alten Kalkofen und einer Hausruine führt der Weg leicht bergan. Dort wo er auf einen Forstweg trifft, biegt man links ab und steigt hinauf bis zum Parkplatz des „Zitherwirts“.

Hat man, so wie ich, genügend Neugierde und kriminelle Energie in sich, um sich über das Betretungsverbot der Ruine hinwegzusetzen, lohnt sich der kurze Anstieg zur alten Burg Starhemberg auf jeden Fall. Vor ca. 2 Jahren wurde die Ruinenanlage komplett vom Bewuchs befreit und ich dachte eigentlich, dass das die Vorarbeiten für die Wiedereröffnung seien, aber seither ist leider nichts mehr passiert.

Hier hat man einen schönen Fernblick in Richtung Westen und am Rückweg eröffnet sich der Blick auf die riesige Ruinenanlage, die sicherlich eine der spektakulärsten in Niederösterreich ist und einige Besonderheiten aufweist. Ich verstehe natürlich, dass man aus Haftungsgründen das Betreten verbieten muss, aber es wäre wirklich schön, wenn die Ruine wieder öffentlich zugänglich gemacht werden könnte.

Rundturm der Ruine Starhemberg. Foto: Barbara Wanzenböck
Rundturm der Ruine Starhemberg. Foto: Barbara Wanzenböck
Ausblick vom Burghügel. Foto: Barbara Wanzenböck
Ausblick vom Burghügel. Foto: Barbara Wanzenböck
Riesige Ruinenanlage. Foto: Barbara Wanzenböck
Riesige Ruinenanlage. Foto: Barbara Wanzenböck

Vom Zitherwirt führt der Weg rechts am Gasthof vorbei und dann gleich links den kleinen Waldweg hinauf. Beim ersten Haus biege ich links ab auf ein Wegerl, das hinauf führt zum Hügelrücken des Hausenbergs.

Waldweg über den Hausenberg. Foto: Barbara Wanzenböck
Waldweg über den Hausenberg. Foto: Barbara Wanzenböck

Ab jetzt geht’s annähernd eben über den federnden Waldboden durch einen schönen Föhrenwald – ein Genuss! Wenn man dann das Rote Kreuz erreicht hat, bei dem es auch einen Rastplatz gibt, biegt man rechts ab auf den Feldweg und folgt ihm bis zur Straße.

Antoniuskapelle bei Dreistätten. Foto: Barbara Wanzenböck
Antoniuskapelle bei Dreistätten. Foto: Barbara Wanzenböck

Der Feldweg bietet einen schönen Ausblick Richtung Dreistätten und führt an der kleinen Antoniuskapelle vorbei. Dann geht’s ein kurzes Stück nach rechts über die Straße und bei der nächsten Gelegenheit gleich wieder links. Vor dem Waldrand zweigt der Weg links ab und ist mit einem sehr alten Schild in Richtung „Waldandacht“ beschriftet.

Waldlichtung unter dem großen Auriegel. Foto: Barbara Wanzenböck
Waldlichtung unter dem großen Auriegel. Foto: Barbara Wanzenböck

Jetzt geht’s immer geradeaus durch den Wald bis man das Marchgrabenbacherl überquert. Wenn man schon genug hat, gibt’s hier die Möglichkeit, durch den Marchgraben abzukürzen und einfach dem Bachlauf zu folgen, man erspart sich dadurch ca. 2 Kilometer Wegstrecke.

Das Bacherl im Marchgraben. Foto: Barbara Wanzenböck
Das Bacherl im Marchgraben. Foto: Barbara Wanzenböck

Aber ich folge der blauen Markierung und dem Wegweiser in Richtung Bad Fischau Brunn. Es geht nun leicht bergauf, bis ich die Straße erreiche. Hier halte ich mich zweimal links und folge dann dem Wegweiser Richtung Malleitenberg / Wöllersdorf. Nach der Fiedlerwiese mit dem hübschen kleinen Tümpel beginnt der kurze Aufstieg auf den Hügelrücken des Malleitenbergs.

Tümpel am Rand der Fiedlerwiese. Foto: Barbara Wanzenböck
Tümpel am Rand der Fiedlerwiese. Foto: Barbara Wanzenböck

Nicht lange, und der Wegweiser animiert mich zu einer kleinen Extratour zum Steinernen Stadel. Am Weg dorthin kommt man kommt an zwei Aussichtspunkten am Felsenrand vorbei.

Blick vom Malleitenberg. Foto: Barbara Wanzenböck
Blick vom Malleitenberg. Foto: Barbara Wanzenböck

Der Steinerne Stadel entpuppt sich als ein breites, aber niedriges Felsentor. Meine Idee, auf der anderen Seite wieder zum Weg zurückzufinden, stellt sich als nicht so empfehlenswert heraus – besser ist es wohl, das kurze Stück auf dem offiziellen Weg zurückzugehen.

Steinerner Stadl. Foto: Barbara Wanzenböck
Steinerner Stadl. Foto: Barbara Wanzenböck

Aber immerhin stolpere ich auf dem steilen Abschneider über die eine Kuhschelle, insofern hat es sich doch gelohnt. Nun geht es mit kleinem Auf- und Ab weiter über den Bergrücken Richtung Wöllersdorf.

Kuhschelle am Wegrand. Foto: Barbara Wanzenböck
Kuhschelle am Wegrand. Foto: Barbara Wanzenböck

Das letzte Stück nach dem Sportplatz stellt sich leider als ein bisschen enttäuschend heraus. Der Abstieg führt durch einen ausgedehnten Bogenparcours und der Weg ist so schlecht markiert, dass ich einmal auf Abwege gerate und zurückgehen muss. Außerdem finde ich persönlich die vielen großen Plastiktiere im Wald nicht so prickelnd…

Waldweg über den Malleitenberg. Foto: Barbara Wanzenböck
Waldweg über den Malleitenberg. Foto: Barbara Wanzenböck

Schließlich erreiche ich die Bundestraße, quere die Unterführung und mache mich auf den Weg zum „Bahnhof“. Dieser bietet leider außer zwei überdachten Sitzbänken keinerlei weitere Infrastruktur wie zum Beispiel ein WC, was bei einer Wartezeit von einer halben Stunde doch ein bisschen lästig ist.

Bahnhof Wöllersdorf / Piesting. Foto: Barbara Wanzenböck
Bahnhof Wöllersdorf / Piesting. Foto: Barbara Wanzenböck

Der REX 97 bringt mich dann in 15 Minuten nach Wiener Neustadt und dort habe ich Anschluss an den CJX 9, der mich in 30 Minuten ganz bequem nach Wien bringt.

Fazit

Die Wanderung, die mein Sohn entdeckt hat, gehört zu meinen Lieblingswanderungen, weil sie so abwechslungsreich und landschaftlich schön ist, ohne wirklich anstrengend zu sein. Sie bietet mit der Ruine Starhemberg ein Highlight (auch wenn diese leider nicht legal besichtigt werden kann) und mit dem Zitherwirt eine Einkehrmöglichkeit. Durch der Bahnverbindung zweimal in der Stunde ist sie auch sehr gut erreichbar. 

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   4:00 Std Wandern   300 HM   325 HM   12.5 km   GPX Track

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