Was bis vor Kurzem noch eine kleine Öffi-Expedition war, ist seit der Eröffnung des Koralmtunnels zur lässigen Tagestour geworden: eine Skitour auf die Villacher Alpe.
Mein Tag beginnt früh am Grazer Hauptbahnhof. Von dort aus bringt mich der ICE um 06:03 Uhr direkt und ohne Umsteigen nach Villach. Die Durchquerung der Koralm in wenigen Minuten ist nicht nur eine deutliche Zeitersparnis, sondern ist ein Erlebnis für sich. Kaum habe ich es mir im Zug gemütlich gemacht, rollt der Zug auch schon in Villach ein. Auch am Villacher Hauptbahnhof bleibt die Reise angenehm einfach. Direkt vor dem Bahnhof fährt die Linie 270 ab, die mich in einer knappen halben Stunde hinauf nach Heiligengeist bringt. An der Haltestelle Heiligengeist Ort steige ich aus, überquere die Straße und schon kann ich meine Skier anschnallen.



Für den Aufstieg wähle ich die ehemalige Familienabfahrt, die später wieder in die klassische Skitourenroute mündet. Diese Variante umgeht den unteren Steilhang und bietet bei durchwachsenen Schneeverhältnissen oft die besseren Bedingungen für die Abfahrt. Die ersten Meter führen über eine breite Wiese und sind ideal, um einen guten Geh-Rhythmus zu finden. Bald führt die Aufstiegsspur in den schattigen Wald hinein, und trifft nach etwa 400 Höhenmetern wieder auf die Standardroute.



Über die weitläufigen Flächen der früheren Skipisten geht es nun stetig bergan bis zum Lärchboden, wo der Schlussanstieg beginnt. Zunächst über einen markanten Steilhang, alternativ sanfter über den Dobratsch-Gipfelweg, und dann weiter über den breiten Rücken zum Zehnernock. Hier öffnet sich auch ein wunderbares Panorama zu den Karawanken und den Julischen Alpen im Süden. Der Blick zu Ossiacher- und Wörthersee bleibt heute im Nebel verborgen, doch die feine Stimmung im Tal ist nicht minder faszinierend.


Nach rund 1.050 Höhenmetern stehe ich schließlich am Zehnernock. Der Dobratsch mit seinem markanten Sender liegt direkt gegenüber. Das ehemalige Lifthäuschen am Zehner bietet einen großzügigen, windgeschützten Umkleideraum ein Luxus, den ich gern nutze, bevor ich bei meiner Gipfeljause die herrliche Aussicht auf mich wirken lasse.


Die Abfahrt folgt im Wesentlichen der Aufstiegsspur. Die breiten Hänge ermöglichen entspannte und genussvolle Schwünge zurück nach Heiligengeist. Im Wartehäuschen kann ich noch gemütlich meine Schischuhe gegen ein bequemeres Paar Turnschuhe wechseln, bevor des mit dem Bus wieder zurück nach Villach geht.




Fazit
Der Zehnernock ist eine feine, aussichtsreiche Skitour mit sehr guter Öffi-Anbindung. Und mit dem Koralmtunnel hat sich für mich die Distanz zwischen Graz und Villach, räumlich wie im Kopf, spürbar verkürzt.
