Dank Naturparkbus gemütlich auf den Dobratsch

… und hinunter nach Bad Bleiberg. Eine feine, durch den Abstieg durchaus ordentliche Tour mit Kärntner Prachtpanorama.

Der Dobratsch gilt als der Hausberg von Villach – seine alternative Bezeichnung Villacher Alpe verdeutlicht das noch. Ein sehr markanter (ehemals ORF-/mittlerweile ORS-)Sender befindet sich auf ihm, und außerdem ist er für die gute Trinkwasserversorgung der Stadt unerlässlich. Grund genug, um ihm einmal einen Besuch abzustatten, oder?

Alsdann, auch in der Sommersaison 2025 gibt es glücklicherweise den Naturpark-Bus von Villach auf die Villacher Alpe. Dieser verkehrt von Mai bis Oktober am Mittwoch und am Samstag und in den Sommerferien auch an Sonn- und Feiertagen.

Wir haben ihn zu Beginn der Wandersaison gleich einmal ausprobiert und waren begeistert!

Übrigens: Einen Bericht zu einer Dobratsch-Skitour hat Martin bereits verfasst.

Anreise mit dem Naturpark-Bus

Der Naturpark-Bus (Linie 5164) fährt vom Villacher Hauptbahnhof über Villach Warmbad in planmäßigen 53 Minuten auf die Rosstratte auf rund 1.700 Metern. Wir nehmen den ersten Bus um 8 Uhr und steigen bei der Haltestelle 10.-Oktober-Straße zu. Es sind pauschal €7,50 für Erwachsene zu zahlen, das gilt für die Hin- und Rückfahrt. Eine Ermäßigung für Verbundfahrscheine oder Klimatickets gibt es nicht, aber bis 18 Jahre ist die Fahrt frei, sodass es gerade für Familien trotzdem eine günstige Angelegenheit ist (zumal wenn man bedenkt, dass die PKW-Maut € 23 beträgt).

Zunächst gibt es noch den Abstecher nach Villach Warmbad, und dann sind mit uns insgesamt 10 Fahrgäste an diesem schönen Frühsommersamstag im Bus. Die Fahrt über die „Villacher Alpenstraße“ hinauf, sich immer weiter über die Stadt erhebend, ist recht eindrücklich.

Kurz vor 9 Uhr sind wir dann auf 1.700 Metern auf der Rosstratte, einem Riesenparkplatz mit Bushaltestelle und Einkehrmöglichkeit. Es geht um diese Uhrzeit recht ruhig zu.

Von der Rosstratte auf den Dobratsch

Nach dieser Aufstiegshilfe von 1.200 Höhenmetern ist es Zeit, dass wir selbst was tun. Los geht’s also Richtung Dobratsch-Gipfel.

Zunächst geht man eine Schotterstraße entlang, nach etwa einem Kilometer beginnt aber der Wanderweg, der auf den Zehnernock (1.956 Meter) führt.

Am Weg dorthin hat man bereits einen schönen Rückblick zum Villacher Becken und zum Ossiacher- und Wörthersee. Im Süden sind die stolzen Julischen Alpen zu sehen.

Am Zehnernock war früher die Bergstation des Sesselliftes, der von Heiligengeist im Nordosten herauf geführt hat. Der Betrieb wurde aber 2003 eingestellt und die Bergstation wurde umfunktioniert in einen Stützpunkt der Bergrettung und einen Unterstand. Im Innenraum sind ein paar interessante Informationstafeln, die sich u.a. auch (selbst)kritisch mit dem seinerzeitigen Bau der Villacher Alpenstraße beschäftigen. So schön die Fahrt herauf war und so praktisch der Bus auch ist – der Bau dieser Straße (Eröffnung 1965) war ein brachialer Akt in einem teilweise urwaldähnlichen Naturgebiet. Das sollte allen bewusst sein – auch uns, die wir mit dem Naturpark-Bus auf dieser Straße heraufgefahren sind…

Auch ein Kind des brachialen Automobilzeitalters – die Villacher Alpenstraße. Foto: Manfred Hinteregger
Auch ein Kind des brachialen Automobilzeitalters – die Villacher Alpenstraße. Foto: Manfred Hinteregger

Vom Zehnernock geht es weiter, wir überschreiten die 2.000 Meter und kommen südlich unterhalb des Zwölfernocks vorbei. Es ist eine wahre Freude, bei diesem Prachtwetter und bei diesen Prachtblicken zu den Julischen Alpen und zu einigen Kärntner Seen hier zu wandern!

Dobratsch-Gipfel(haus)

Wir kommen wieder auf die Straße und nach rund 1 ½ Stunden Gehzeit haben wir den markanten, 167 Meter hohen Sendeturm und das Dobratsch-Gipfelhaus des ÖAV Villach auf 2.143 Metern erreicht, wo wir einkehren.

Dann gehen wir noch das kurze Stück und die 23 Höhenmeter zum Gipfel. Dort erweitert sich das Panorama noch wesentlich und man hat einerseits einen eindrucksvollen Tief- und Weitblick in das Gailtal, zum anderen sind auch die Hohen Tauern mit dem Großglockner und der Hochalmspitze gut zu sehen. Ausgiebig verbleiben wir am Gipfel, um den traumhaften Rundblick zu genießen und gemütlich zu jausnen.

Man könnte dann vom Dobratsch-Gipfel auch direkt nach Nötsch im Gailtal an der Bahnlinie Villach – Hermagor hinuntergehen, wir wählen aber den kürzeren Weg nach Bad Bleiberg.

Abstieg nach Bad Bleiberg

Dazu gehen wir zunächst den gleichen Weg zurück, um nach rund einem halben Kilometer von der Straße nach links abzuzweigen. Während am Dobratsch-Plateau noch recht massentaugliches Gelände vorherrscht, ist dieser nordseitige Abstieg über den Alpenlahner nach Bad Bleiberg ein „richtiger“ Bergwanderweg. Es geht durchaus steil hinunter, die Oberfläche ist teilweise recht bröslig, es sind Aufmerksamkeit und Trittsicherheit geboten (laut Outdooractive T3 auf der SAC-Skala). Zudem sind es in Summe gut 1.100 Höhenmeter, die es in den Ort hinuntergeht.

Nachdem das technisch schwierigste geschafft ist, kommt man in anregendes Waldgelände. Bis nach Bad Bleiberg ist es doch ein Stück – nach rund 2 Stunden ab der Abzweigung erreichen wir das Ortszentrum auf gut 900 Metern. Wie der Name verrät, wurde in diesem Ort einst Bergbau betrieben: Vom Mittelalter bis 1993 wurden Blei und Zink unter Tage abgebaut. In einem Bergbaustollen stieß man 1951 auf eine Thermalquelle – die dann den Grundstein für die Expansion zu einem Bad Bleiberg legte. Ein Besuch des Schaubergwerks kann sehr empfohlen werden – allerdings ist dieses knapp 4 Kilometer (bzw. 4 Bushaltestellen) westlich des Ortszentrums.

Von Bad Bleiberg bringt uns der Bus der Linie 8570 dann in gut 20 Minuten zurück nach Villach (2h-Takt am Wochenende, 1h-Takt unter der Woche).

Fazit

Die Villacher Alpe ist ein wunderbarer Aussichtsbalkon im Herzen Kärntens – und ein schönes Wandergebiet noch dazu!

Auch für Kinder ist der Dobratsch durch den hoch liegenden Ausgangspunkt und die relativ geringen Höhenunterschiede am Plateau sehr gut als Wanderberg geeignet. Es gibt außerdem einen Botanischen Alpengarten. Der Abstieg nach Bad Bleiberg ist jedoch den erfahrenen, trittsicheren Kindern ca. ab dem späten Volksschulalter vorbehalten – die stellenweise dann vielleicht auch eine erwachsene Hand brauchen können.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   4:30 Std Wandern   500 HM   1.300 HM   9 km   GPX Track

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