Am ersten Sonntag des Jahres 2026 war das Wetter einfach zu schön, um zu Hause zu bleiben. Deswegen entschloss ich mich kurzfristig zu einer „Bahn zum Berg“-Mitgliederwanderung von Trieben auf den Lahngangkogel.
Da es sich um eine längere Tour handelte und die Tage erst langsam wieder länger werden, machten wir uns diesmal zeitig von Graz auf den Weg und nahmen den IR 708 um 06:45 Uhr vom Grazer Hauptbahnhof nach Trieben (Ankunft 08:00 Uhr).

Unsere Erwartungen wurden übertroffen: Es öffnete sich uns ein traumhaftes Panorama auf die umliegende Bergwelt, vor allem auf den Admonter Kalbling und den Reichenstein – viele Gipfel, die es im Sommer zu erklimmen gilt. Von den Temperaturen her war es der Beginn einer Kältewelle, was vor allem in den Schattenlagen zu spüren war.
Vom Bahnhof Trieben geht es zunächst entlang des Triebener Wegs über die Palten und unter der Autobahn durch, und dann entlang des Sonnwegs nach Dietmannsdorf bei Trieben (entlang der Via Alpina Purple A24).

Nach etwa 2,5 Kilometern erreichen wir die Filialkirche Hl. Johannes der Täufer.

Dann gilt es, noch weitere 600 Meter bergauf auf Asphalt zurückzulegen, bis der Wanderpfad beginnt. Jetzt befinden wir uns am Eisenwurzenweg 08 (auch 653 bzw. Benediktweg), der erst im oberen Teil gut markiert ist; die Markierungen im unteren Teil wirken etwas vernachlässigt.


Am 08er geht es für etwa eineinhalb Kilometer bergauf auf einem schönen Steig (T2 im oberen Teil).

Bevor wir den markierten Weg verlassen und stattdessen die Forststraße Richtung Osten nehmen. Doch nach 700 Metern verlassen wir bereits wieder die Forststraße und nehmen den Josefsteig (T2) zur Edenburgeralpl.
Etwa auf halber Strecke des Steigs laden ein Marterl mit der Darstellung des Hl. Josef und ein Bankerl zu einer Rast ein. Im Sommer sicher ein schönes, schattiges Platzerl, heute ist es eher kühl. Wenig später kommen wir auf der Edenburgeralpl an. Bei den Hütten bietet sich ein schönes, sonniges Bankerl für eine kurze Rast an, mit Blick auf die Berge im Süden. Im Sommer kann man hier auch die Wasservorräte auffüllen.


Nach der Rast folgen wir dem Weg Richtung Nordosten entlang des Waldrandes, im Norden vorbei am Kleeriedel (1.329 Meter) bis zum Edenburger Törl (ca. 1 Kilometer).

Dann geht es Richtung Osten kurz entlang der Forststraße und anschließend auf dem Gustlsteig bis zur Wagenbänkalm (nach weiteren 1,3 Kilometern). Am Gustlsteig legen wir auch die Grödeln an.



Ab der Wagenbänkalm beginnt der finale Aufstieg auf den Lahngangkogel – im unteren Teil etwas steiler, nach oben hin flacher. Nach einem weiteren Kilometer stehen wir beim Gipfelkreuz, und ein herrliches Panorama auf das Palten- und Liesingtal bis zum Grimming und dem Dachstein dahinter öffnet sich uns.


Da es etwas windig ist, setzen wir unsere Wanderung gleich Richtung Kalblinggatterl fort und finden schon bald ein windgeschütztes Platzerl für unsere Jausenpause. Zunächst geht es jedoch am Bergrücken des Lahngangkogels entlang auf einem sehr schönen Pfad mit Blick auf Admonter Kalbling und Admonter Reichenstein. Der Weg ist gut ausgetreten. Nach der Jausenpause machen wir uns zügig auf den Weg zum Kalblinggatterl. Hier im Schatten spürt man die Kälte, auch liegt hier mehr Schnee. Auf dem letzten Stück heißt es vorsichtig sein, auch mit Grödeln.


Beim Kalblinggatterl kann man Richtung Westen zur Oberst-Klinke-Hütte abbiegen und dann weiter zur Kaiserau bis hinunter nach Admont wandern. Wir haben uns jedoch zum Abstieg über den Flitzengraben nach Gaishorn entschlossen. Ab hier müssen wir den Weg praktisch durch den Schnee spuren, und es ist nicht immer leicht, auf dem Weg zu bleiben. Wir folgen dem 01er (Luchs-Trail bzw. „Vom Gletscher zum Wein“) für 2,8 Kilometer. Einmal gilt es den Flitzenbach zu überqueren – hier gab es früher auch einmal eine Brücke. Dann müssen noch weitere kleine Bäche überquert werden, die zu diesem Zeitpunkt alle zugefroren sind.



Dann folgen wir dem Felsenweg nach Gaishorn (nach Osten zweigt der markierte Weg zur Mödlinger Hütte ab). Wiederum gilt es einige Bäche zu überqueren, doch alles in allem ist der Weg durch den Flitzengraben recht gut. Im unteren Teil erwischen wir unverhofft doch noch etwas Sonne, stoßen dann auf den Wanderweg 671 und bald eröffnet sich uns der Blick auf Gaishorn, sodass wir die Grödeln wieder einpacken können.
Wir besichtigen die evangelische und die katholische Pfarrkirche und halten uns aufgrund des Ausfalls eines Regionalzugs noch länger in Gaishorn auf. Zum Glück gibt es offene Gaststätten, bevor wir den Regionalzug nach Trieben nehmen und dort in den IR nach Graz umsteigen.


