Viele Wege führen auf den höchsten Berg der Steiermark, einer davon als Klettersteig-Tour über Schulter- (C) und Randkluftanstieg (B). Wer eine kurze, knackige hochalpine Tour sucht, wird hier fündig. Durch die Benützung der Gondel verkürzen sich Auf- und Abstieg entscheidend, sodass auch nach dem Dachstein-Gipfelsieg noch Zeit bleibt, um das Dachstein-Plateau auf unterschiedliche Arten zu erkunden.
Die heutige Tour startet schon recht hoch oben, daher dauert auch die Anreise dorthin etwas länger. Mit dem Bus kommen wir bis zur Talstation der Dachstein Seilbahn (Haltestelle Türlwandhütte). Hier wechseln wir quasi das Verkehrsmittel: Weiter geht’s mit der Gondel! Gerade am Wochenende und in der Urlaubszeit kann der Andrang groß sein. Das Reservierungssystem der Bergbahnen verschafft hier Abhilfe. Einfach schon vorab die Wunschzeit für die Auf- und Abfahrt reservieren, dann läuft alles glatt. Gerade wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, weiß man ja im Normalfall die Ankunftszeit schon ganz genau.
Aufstieg
Die eigentliche Tour beginnt dann ab der Bergstation Hunerkogel. Zwar etwas ungewöhnlich für eine Bergtour geht es anfangs bergab, allerdings wirklich nur ganz kurz. Am Eispalast vorbei biegen wir bald danach nach links ab und verlassen den Schladminger Gletscher Richtung Hallstätter Gletscher.

Als nächstes kommen wir am Dirndl vorbei, hinter dem sich die Seethalerhütte befindet.


Der Schulteranstieg (C)
Der Klettersteig beginnt – wie so oft – gleich mit der schwierigsten Stelle, in diesem Fall in Schwierigkeit C. Danach wird es zusehends einfacher mit Schwierigkeiten bis maximal B. Die Aussicht ist bereits vom Schulteranstieg top!



Nach einer längeren Querung (Schwierigkeit A) mündet der Schultaranstieg in den Randkluft-Klettersteig. Ein anschauliches Topo beider Klettersteige findet sich hier.
Randkluft-Anstieg (B)
Der Randkluft-Klettersteig ist mit Schwierigkeiten bis maximal B etwas leichter zu bewerten als der vorherige Klettersteig. Allerdings kann dieser vor allem im Winter und Frühjahr oft vereist sein. Bei solchen Bedingungen sollte man demnach Pickel und Steigeisen (zusätzlich zum Helm) unbedingt dabei haben. Die Randkluft, also der Spalt zwischen Gletscher und Fels, kann beim Einstieg etwas heikel sein. Wenn man aber — so wie wir — über den Schulteranstieg auf den Gipfel geht, bekommt man es erst im Abstieg mit der Randkluft zu tun.
Die aktuellen Bedingungen werden auf dieser Seite vom Tourismusverband Schladming-Dachstein regelmäßig und zuverlässig veröffentlicht.


Für den gesamten Klettersteig Teil (Schulter- und Randkluft-Anstieg) ist ca. eine Stunde einzuplanen (245 Höhenmeter).

Nach der letzten Passage (A/B) erreichen wir schließlich den Gipfel des Hohen Dachstein und stehen am höchsten Berg der Steiermark, der beinahe 3000 Meter misst. Ganz klar, dass die Aussicht hier wahnsinnig toll ist! Wir genießen die Aussicht noch etwas, jausnen eine Kleinigkeit und adjustieren uns dann für den Abstieg.
Abstieg
Bergab geht es zunächst auf demselben Weg, auf dem wir auch hergekommen sind. Den Schulter-Klettersteig sparen wir uns bergab jedoch, deswegen geht es vom Gipfel bis zur Randkluft mehr oder weniger stets senkrecht dahin.

Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, an dem der Pickel nicht mehr umsonst ist: Während wir über das Firnfeld absteigen halten wir den Pickel sicherheitshalber parat, um uns damit im Falle eines Sturzes auffangen zu können. Dazu kommt es zum Glück nicht und wir kommen wohlbehalten unten an.

Jetzt geht es wieder zurück zur Bergstation am Hunerkogel. Dort betreiben wir noch ein bisschen “Sightseeing” auf der Hängebrücke mit ihrer “Treppe ins Nichts”, gehen auf die “Himmelsleiter” und den “Skywalk”, bevor wir dann im Gletscherrestaurant einkehren.
Abreise
Heimwärts geht es auf bewährtem Weg: zuerst mit der Gondel zur Talstation, dann weiter mit dem Bus zum Bahnhof Schladming und von dort mit dem Zug in die Heimat — auch wenn wir liebend gerne noch länger in der Region geblieben wären. Aber die Berge stehen ja bekanntlich noch länger …
Fazit zur Tour
Dass der Dachstein ein absoluter Klassiker ist, steht außer Frage. Die hier beschriebene Klettersteig-Tour mag zwar recht kurz ausfallen, hat aber durch die Klettersteig-Komponente trotzdem eine gewisse “Würze”, die es für so einen prominenten Gipfel braucht.
Tipp
Am Dachsteinplateau gibt es noch so viel mehr zu sehen und zu erleben als “nur” den Gipfel selbst. Also am besten trotz der kurzen Tour den ganzen Tag Zeit nehmen. Neben den Attraktionen der Bergbahnen bieten sich auch noch die Klettersteige auf den Gjadstein (A/B) oder der Koppenkarstein über den Westgrat-Klettersteig (B/C) als “Nachmittagsziele” an. Wer von Vornherein ambitionierter Plant, kann sich auch die Dachstein Superferrata vornehmen, bei der die gesamte Dachstein-Südwand via Klettersteig durchstiegen wird. Einen Tourenbericht dazu findest du hier.
sorry, hab hier nur ein Hochformat-Foto 🙁




[…] Eis und Schnee erreicht man nach wenigen hundert Metern die Schulter. Hier beginnt der Schultersteig, der zwar am höchsten gelegen, aber dafür der kürzeste und leichteste Anstieg der drei […]