Schnee-Schuh-Flicker: Bike and Snowshoeing Großarl

Foto: Karl Plohovich

Da der Winter mitunter in Episoden zerfällt stellt sich die Frage, welche alpinen Möglichkeiten es abseits von Skitouren gibt. Dies zu erforschen, landete ich mit Hilfe von E-Bike und Schneeschuhen über sonnige Almen am Schuhflicker. Ziel meiner Reportage ist es u.a., die Verhältnisse, die sich uns ja immer wieder bieten können, anschaulich zu machen.

Die Fahrt war diesmal besonders kurzweilig: Am Weg zur Toilette, der mich durch den ganzen Zug führte, traf ich einen lieben Bekannten mit seiner Frau, die ebenfalls zu einer Wanderung, auf der Sonnseite (St. Veit), unterwegs waren. –
Bei mir ging es die schon gewohnte Strecke aus dem St. Johanner Nebel ins Großarltal …

Bei der Glösenbergkapelle – gleich ist der Nebel (für einige Stunden) Geschichte. Foto: Karl Plohovich
Bei der Glösenbergkapelle – gleich ist der Nebel (für einige Stunden) Geschichte. Foto: Karl Plohovich

… und dann, mit etwas Aufmerksamkeit ist die Abzweigung leicht gefunden, auf Asphalt zu den letzten Höfen empor. Im Schatten – Achtung! – Eisreste. Dann führt die Straße in den Wald und bald bieten Fahrrillen im Schnee eine Herausforderung, der sich mein Bike und ich widmen müssen/wollen.

… doch gegen Abstellen und für die Herausforderung entschieden… Foto: Karl Plohovich
… doch gegen Abstellen und für die Herausforderung entschieden… Foto: Karl Plohovich

Ganz ohne Absteigen geht es nicht, doch schließlich ist der Parkplatz vor der (Sommer)Mautstelle erreicht und ich lege die Schneeschuhe an.

Jetzt aber wirklich Schneeschuhe an die Füße! Foto: Karl Plohovich
Jetzt aber wirklich Schneeschuhe an die Füße! Foto: Karl Plohovich

Flott geht es die eine oder andere Kehre hinan. Bei der Aubach-Heimalm

Die Au-Heimalm (Aubauer-Heimalm), hinten der Austuhl. Foto: Karl Plohovich
Die Au-Heimalm (Aubauer-Heimalm), hinten der Austuhl. Foto: Karl Plohovich

nehme ich den schönen Almsteig durch alte Lärchenbestände …

Viel schöner als die Straße (die man natürlich auch gehen könnte). Foto: Karl Plohovich
Viel schöner als die Straße (die man natürlich auch gehen könnte). Foto: Karl Plohovich

… und über verschneite Wiesen und den Fahrweg erreiche ich in etwa einer Stunde die Aualm (hier enden die Fahrspuren).

Vor einigen Tagen noch als Skitourengelände genutzt… Foto: Karl Plohovich
Vor einigen Tagen noch als Skitourengelände genutzt… Foto: Karl Plohovich

Eine herrliche Mittagsstunde ist mir geschenkt, die ich – da die Sonne gegen 13:30 Uhr hier schon verschwinden wird – auskoste.

Fast sommerlich – die gastliche Aualm. Foto: Karl Plohovich
Fast sommerlich – die gastliche Aualm. Foto: Karl Plohovich

Was lässt sich in der verbleibenden Zeit – um 15:55 Uhr möchte ich wieder im Zug sein – noch unternehmen? Ich wähle als Anhalts“punkt“ die Ski-Aufstiegsspur: darin geht es sich bequemer. So erreiche ich die Höhe des Lichtensteinkopfes und am Rücken geht es weiter zu einem Kreuz am Grat.

Der Schuhflicker (anderer Name: Arlspitze) mit seinen markanten Gipfeln. Foto: Karl Plohovich
Der Schuhflicker (anderer Name: Arlspitze) mit seinen markanten Gipfeln. Foto: Karl Plohovich

Ah, die Skitouristen sind dann im Kar abgefahren; waren noch bessere Bedingungen; heute nur mehr Bruchharsch und „Feindkontakte“ unvermeidlich…

Geht sich wirklich noch der Schuhflicker aus?

Die beiden Schuhflicker-Gipfeln (li. 2.214 Meter, re. ca. 2.185 Meter); eingebohrte Routen bis 8+. Foto: Karl Plohovich
Die beiden Schuhflicker-Gipfeln (li. 2.214 Meter, re. ca. 2.185 Meter); eingebohrte Routen bis 8+. Foto: Karl Plohovich

Hier auf der Sonnseite ist die gesamte Schneedeckt durchfeuchtet, stapfen ist angesagt. In der Scharte lass ich den Rucksack zurück …

Mein Rucksack genießt den Hochkönig-Blick. Foto: Karl Plohovich
Mein Rucksack genießt den Hochkönig-Blick. Foto: Karl Plohovich

… und wenig später bin ich der Mittelpunkt in einem überwältigenden Panorama, vom Gesäuse bis zum Glockner und dem Oberpinzgau bis Krimml hin (Titelfoto).

Natürlich soll es eine Runde werden. Die harten Nordflanken erfordern sauberes steigen.

Sonn- und Schattseite, ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht. Foto: Karl Plohovich
Sonn- und Schattseite, ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht. Foto: Karl Plohovich

Doch über die Almwiesen geht es flott hinunter …

Schiedreitspitz – Höllwand – Austuhl; einfach der Nase nach (re.) zur Aualm zurück. Foto: Karl Plohovich
Schiedreitspitz – Höllwand – Austuhl; einfach der Nase nach (re.) zur Aualm zurück. Foto: Karl Plohovich

… und von der Aualm bis zum Rad-Parkplatz kenn ich ja den Weg.

Lärchen – Ur-Urgroßvater. Foto: Karl Plohovich
Lärchen – Ur-Urgroßvater. Foto: Karl Plohovich

Die Schneeschuhe bleiben an den Füßen, während die Hände das Rad in Zaum halten, bis zum Ende der „Rodelbahn“. Und dann lass ich es sausen, mit möglichst gefühlvollen Bremsmanövern vor, von weitem erspähten, eisigen Stellen.
Die Kälte da unten hab ich allerdings völlig unterschätzt: ich hätte mir gleich die Überhose und die Daunenjacke anziehen sollen, dann wäre mir das Schnappern am nebeligen Bahnhof in St. Johann erspart geblieben, wo dem Heißluft-Handtrockner am WC die Aufgabe zufiel, meine Hände aufzutauen.

St. Veit hatte Sonne – Nebelscheinwerfer einschalten! Foto: Karl Plohovich
St. Veit hatte Sonne – Nebelscheinwerfer einschalten! Foto: Karl Plohovich

Mit Hilfe von Web-Cams und mit etwas Erfahrung gelingt es, die Verhältnisse auf den Zufahrtswegen und dann im Gelände halbwegs richtig einzuschätzen: Bike & Snowshoeing (es erfordert einiges an Übung) kann in schneearmen Wochen ohne Abstriche die ersehnten Bergerlebnisse schenken.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   8:00 Std Bike & Hike   2.000 HM   2.000 HM   47 km   GPX Track

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